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	<title>blogmacherei &#187; Kultur-Viren</title>
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		<title>Keine Angst vor Viren</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Sep 2009 19:44:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulturmarketing]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Viren funktionieren. Seit einiger Zeit schwappt ein Werbe-Trend in die Kulturvermarktung, der sich viral marketing nennt. Der Stern interpretierte ihn 2008 als die &#8220;<a href="http://www.stern.de/kultur/film/virales-marketing-die-youtube-isierung-hollywoods-609543.html" target="_blank">Youtube-isierung Hollywoods</a>&#8220;, in Zusammenhang mit der Werbung für einen Film von J. J. Adams.</p>
<p>Viral sein geht so: Botschaften produzieren, die sich wie Viren verbreiten, allerdings müssen es nette, hübsche, unterhaltsame oder intelligente Viren sein. Die jeder haben will. Ein bisschen wie Hermann, ein Trend-Kuchenteig der 1990er Jahre, den man mit Zucker, Mehl und Milch fütterte. Einen Teil des Teigs backte, einen Teil behielt und einen Teil verteilte man weiter an Freunde (hier ein <a href="http://www.kombu.de/knieriem.htm" target="_blank">Rezept</a>). Virale Botschaften, oft Videos, unterstützen ein Produkt mit einer eigenen Botschaft, sie bewerben es sozusagen indirekt. Beispiele sind das Video der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=m9Et7UQh1tg" target="_blank">PEN Story</a>, für eine Fotokamera von Olympus oder die <a href="http://www.myspace.com/kavkavstheweb" target="_blank">Myspace-Videoshow</a> von Markus Kavka, &#8220;gesponsert&#8221; von einem Walkman Handy von Sony Ericsson. Diese Botschaften werden, wenn sie witzig und gut gemacht sind, von anderen Menschen auf ihren Web-Plattformen verlinkt, auf Blogs gepostet, versendet und erreichen somit Tausende Zuschauer &#8211; und eventuelle Käufer. Das nennt man dann &#8220;Word of Mouth&#8221;.</p>
<p>Im Kulturbereich ist das virale Marketing noch eher selten, bzw. sind mir noch nicht so viele Beispiele bekannt. Da gibt es das <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Mq4h1g5HpVs" target="_blank">Video</a>, auf dem Bachmann-Preisträger Tilman Rammstedt sein Buch &#8220;Der Kaiser von China&#8221; auf Chinesisch mit von ihm eingesprochener Synchronstimme vorstellt (6.000 Aufrufe). Auch zum Prokrastinationsbuch (ist keine Krankheit) von Lobo und Passig gabs ein <a href="http://www.youtube.com/watch?v=YAlGk6NKZHI" target="_blank">Video </a>(86.000 Aufrufe). Europäisch: Den <a href="http://www.youtube.com/watch?v=BfXgLS2mfXA&amp;feature=related" target="_blank">Piano-Battle</a> zwischen den Musikern Gonzales und Jean-François Zygel. Die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=bg3TW1jQoQE" target="_blank">Mockumentaries</a> für Mocky, einen in Berlin lebenden Musiker (beide Tipps von <a href="http://www.startconference.org/2009/09/01/die-sprecher-der-start09-can-gezer/" target="_blank">Can Gezer,</a> Sprecher auf der <a href="http://www.startconference.org" target="_blank">Startconference</a> in Duisburg). Wer kennt noch mehr interessante Kultur-Viren? Oder ist Kultur nicht immer etwas, das sich durch Mund-zu-Mund-Propaganda eher als durch Plakate (nicht-virale Werbung) verbreitet? Was gut ist, spricht sich rum. Kommt vom Underground in den Mainstream &#8211; oder wird in den Kanon geadelt. So war das doch schon immer, oder? Was gut ist, wird &#8211; irgendwann &#8211; entdeckt.</p>
<p>Youtube-Berühmtheit erlangte zuletzt der<a href="http://www.youtube.com/watch?v=4-94JhLEiN0" target="_blank"> Wedding Dance</a>, der auf Youtube 25 Millionen Mal angeschaut wurde: eine Hochzeitsgesellschaft tänzelt zum Song &#8220;Forever&#8221; von Chris Brown durch den Kirchengang. Nicht nur Brown-Produzent Sony verdiente an dieser Vermählung, weil alle die Musik haben wollten. Nach dem Erfolg des Videos baute das Paar eine eigene <a href="www.jkweddingdance.com/" target="_blank">Seite</a>, auf der es um Spenden für eine Stiftung bittet, die sich gegen häusliche Gewalt einsetzt. Liebe, Tanzen, guter Zweck: Diesem Virus kann man nicht widerstehen. Abrams Film &#8220;Cloverfield&#8221; war übrigens eher ein Flop.</p>
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