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	<title>blogmacherei &#187; Technik</title>
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		<title>Sind Juristen die neuen Kritiker,</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Aug 2011 14:05:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
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		<description><![CDATA[die entscheiden, was hinreichend fiktionalisiert ist? Fragte ich mich anhand der Zunahme von Klagen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>die entscheiden, was hinreichend fiktionalisiert ist? Fragte ich mich anhand der Zunahme von Klagen gegen Verlage bezüglich der <strong>Verletzung des Persönlichkeitsrechts</strong>. Aktueller Fall: Weil &#8220;eine Person&#8221; ihre Persönlichkeitsrechte verletzt sah, wird der Roman <strong>&#8220;Das Da-Da-Da-Sein&#8221; von Maik Brüggemeyer</strong>, Rolling-Stone-Redakteur, das eigentlich jüngst im Aufbau Verlag erscheinen sollte, jetzt nochmal überarbeitet. Natürlich vom Autor selbst, aber sicherlich auch mit juristischer Beratung im Hintergrund. Zum Glück bleibt er optimistisch und zukunftsgerichtet. Ein schlaues Zitat aus unserem Gespräch, das ich nicht in dem <a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/reinheitsgebot-fuer-romane/4481502.html" target="_blank">Tagesspiegel</a>-Artikel verwendet habe, passt viel besser hierher, aufs Blog</p>
<blockquote><p>Vielleicht hat man mit Ebooks bald die Chance, mehr mit dem Persönlichkeitsrecht zu spielen. Ohne den Druck ist es einfacher und billiger, etwas zu ändern.</p></blockquote>
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		<title>Frau Eggers kennt die Trends&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Nov 2010 15:56:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230; der Buchbranche. Eine kurze Zusammenfassung der Begrüßungsrede von Petra Eggers, Literaturagentur Eggers, promovierte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; der Buchbranche. Eine kurze <strong>Zusammenfassung der Begrüßungsrede von Petra Eggers</strong>, Literaturagentur <a href="http://www.eggers-landwehr.de/" target="_blank">Eggers</a>, promovierte Historikerin und ehemals Lektorin bei Suhrkamp und Fischer, vor den Studierenden der Angewandten Literaturwissenschaft der FU Berlin in der Villa <a href="http://www.maienstrasse.de/" target="_blank">Luftraum</a> in Schöneberg. Hier werden sonst Hochzeiten und Firmenparties gefeiert.</p>
<p>- Zeit der Riesenvorschüsse ist vorbei: statt 50.000 gibt es nun 10.000 Euro<br />
- Zahl der Literaturagenturen in Deutschland ist daher auch gesunken (etwa 20?)<br />
- größtes Thema der Buchbranche derzeit: <strong>Digitalisierung von Büchern</strong><br />
- das betrifft eher die Verlage und den Vertrieb und den Buchhandel, als den Autor<br />
- der Autor, vertreten vom Agenten, hat ja jemanden, der Tag für Tag für seine digitalen Rechte eintritt; die Lage verändert sich schrittweise, ein zähes Verhandeln<br />
- Ebookmarkt ist in den USA schon sehr groß, aber dort ist der Vertrieb für Ebooks auch besser organisiert als in Deutschland: Hier weiß niemand so richtig, wo er seine Bücher herbekommt; die Verlage haben zu wenig darüber nachgedacht<br />
- digitaler Markt: <strong>Chance für Nachwuchs</strong>, denn die älteren Lektoren und Verlagsmitarbeiten haben Mühe, sich in die neuen Techniken einzudenken<br />
- <strong>mobile Lesegeräte</strong>: schnell fallende Preise, von ehemals 300 zu jetzt 100 Doller. Bald wird man ein Lesegerät sogar umsonst bekommen (wie bei einem Handyvertrag), wenn man sich zu anderen Zahlungen verpflichtet, z.B. pro Monat ein Buch aus einem Buchclub zu kaufen oder 10 Downloads zu machen<br />
- Ebooks werden das Taschenbuch ablösen, <strong>Hardcover wird nicht verschwinden</strong><br />
- im Moment verkaufen sich Ebooks in Deutschland auch deshalb noch nicht so gut, weil für sie die Buchpreisbindung gilt<br />
- Ebook-Leser kaufen grundsätzlich etwas zu viel (das ist gut für die Verlage)<br />
- das <strong>Leseverhalten</strong> ändert sich: Der Ebook-Leser hat seine gesamte Bibliothek dabei, muss sich nicht auf ein Buch einlassen, kann mehrere Bücher gleichzeitig auf dem Display geöffnet halten und zwischen den einzelnen Werken hin- und herwandern.<br />
- Autoren haben Lust, <strong>neue Formate</strong> zu entwickeln, die nur auf Ebooks funktionieren: Fortsetzungsromane etwa.<br />
- In ein paar Jahren werden sich ein paar neue große Ebook-Verlage gegründet haben.</p>
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		<title>Der naive Vogel</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2010 16:03:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Carlos Contente]]></category>
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		<description><![CDATA[Er druckt sein grimmiges Gesicht auf Wände, Mauern, Zettel, Schallplatten, zeichnet sich mit vielen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_655" class="wp-caption alignleft" style="width: 295px"><img class="size-medium wp-image-655" title="carlos contente photobucket by agemda" src="http://www.blogmacherei.de/wp-content/uploads/carlos-contente-photobucket-by-agemda-285x300.jpg" alt="carlos contente photobucket by agemda" width="285" height="300" /><p class="wp-caption-text">Das Ich als Spinne mit Pacman-Karnivoren. Ausschnitt aus einem Carlos Contente-Gemälde. Photobucket by agemda.</p></div>
<p>Er druckt sein <strong>grimmiges Gesicht</strong> auf Wände, Mauern, Zettel, Schallplatten, zeichnet sich mit vielen Köpfen und Beinen, verbunden mit der Welt durch Bleistiftleitungen. <strong>Und er heißt paradoxerweise <a href="http://carloscontente.blogspot.com/" target="_blank">Carlos Contente</a>, Carlos Zufrieden. </strong>Der junge brasilianische Künstler (Jahrgang 1977, Rio de Janeiro) wird derzeit in der <a href="http://www.ifa.de/ausstellungen/dt/rueckblick/2010/a-gentil-carioca/carlos-contente/" target="_blank">ifa-Galerie Berlin</a> ausgestellt. Die großformatigen Papierblätter, auf denen sich der Künstler multipel-irre porträtiert, erzählen keine Geschichten, sind aber doch irgendwie autobiographisch. Wenn wir aus unserer Seele zitieren könnten, wären das vielleicht solche Wesen. Sie halten einzelne Momente der Selbstwahrnehmung fest, in all ihrer Komplexität, Absurdität und Verlorenheit. So zwitschern kleine naive Vögelchen der stets frontal den Zuschauer anstarrenden Figur ein, manchmal von nah, manchmal von fern. Auf den Vinyls der Serie &#8220;La Fiesta&#8221; gesteht der Künstler sich ein, dass er perfekt schlecht zeichnen kann. Alles eine große Illusion. Aber das Benennen dieser Täuschungen erzeugt bereits eine neue Realität. Jeder könnte dieses Ich sein. Denn wer ist heute nicht ständig damit beschäftigt, sich abzugrenzen, von der Familie, dem Kindlichen, den Ansprüchen, den Überforderungen, dem Selbstzweifel? <strong>In der Zweidimensionalität liegt eine Chance: Konturen zu erkennen.</strong> Die Technik dieser philosophischen Erkenntnis-Comic ist eine des Nacheinander-Denkens.</p>
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		<title>Beziehungsweise Geräte</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2010 15:47:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Juli schreiben die 20 Autorinnen und Autoren auf Los Superdemokraticos über Intimität, Geschlecht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Juli schreiben die 20 Autorinnen und Autoren auf <a href="http://www.superdemokraticos.com" target="_blank">Los Superdemokraticos</a> über Intimität, Geschlecht und Körper. Und sehr oft geht es um unsere Beziehung zu Geräten:</strong></p>
<p>Da liegt etwas neben mir und blinkt, als ob es atmet. Manchmal nehme ich es auf den Schoß, dann wird mir ganz warm. Ich spreche hier nicht von einem Fahrradlichtdildo oder einer Katze mit blitzenden Augen, nein, ich spreche von einem Gerät. <strong>Habe ich ein Verhältnis mit meinem Computer?</strong> Was für eines ist das? Hat er sich in eine <a href="http://www.youtube.com/watch?v=xP2rZ79RfWM " target="_blank">herzförmige Box</a> verwandelt, die meine Gefühle kontrolliert?<span id="more-648"></span></p>
<p>Viele Texte der Superdemokraten befragen die Möglichkeit von Intimität in Zeiten des Webs. Die einen sprechen von Internetsex (<a href="http://superdemokraticos.com/digitale-korper-i-26-minuten-cybersex-18/" target="_blank">Agustín Calcagno</a>), die anderen vom Voyeurismus in sozialen Netzwerken (<a href="http://superdemokraticos.com/nullpunkt-panoptikum/" target="_blank">Liliana Lara)</a>. Genau diesen Beobachtungen geht der Schweizer Essayist, Physiker (und Jazzmusiker) Eduard Kaeser in seinem Buch<a href="http://www.libreka.de/9783851658583/FC" target="_blank"> „Der Körper im Zeitalter seiner Entbehrlichkeit</a> nach und fordert „Körpermündigkeit“: Weil wir immer mehr in „Technotopen“ lebten, umgeben und abhängig von Maschinen, die unsere Arbeit und unser Leben und vor allem auch unsere Liebe strukturieren, komme uns die materielle Welt immer mehr abhanden. Wir nähmen sie auf über immaterielle Sinneswahrnehmungen, die uns die Geräte filtern und anbieten. <strong>Wir seien mutiert zu „Schnittstellen-Wesen“.</strong></p>
<p>Ich glaube nicht, dass das schlimm ist, sondern einfach ein Teil meiner Realität, mit der ich umgehen lernen muss. So wie ich mit meinen Vorstellungen von Sexualität, Ehe, Familie, Liebe, Gender umgehen lernen muss, die bestimmten (erlernten) Realitäten oder Fiktionen (Filmen, Romanen) entsprechen. Davon erzählen auch <a href="http://superdemokraticos.com/espanol-fragmentos-de-intimidad/" target="_blank">Fernando Barrientos</a>, <a href="http://superdemokraticos.com/narben/" target="_blank">Leo Felipe Campos</a>, <a href="http://superdemokraticos.com/kampf-der-geschlechter/" target="_blank">Javier Badani</a>, <a href="http://superdemokraticos.com/ich-denke-also-bin-ich/" target="_blank">Lizabel Mónica</a> oder <a href="http://superdemokraticos.com/meres-et-filles-red/" target="_blank">René Hamann</a> ihren Essays. Diese Realitäten führen an der Nase herum wie die<a href="http://www.reitverein-gennachtal.de/bilder/EselKutscheKarotteKL.jpg" target="_blank"> Karotte den gutgläubigen Esel</a>. Aber wir müssen einfach stehen bleiben. Uns spüren. Die Rettung, die Zukunft, was auch immer kommen mag, liegt nicht im anderen (in der Karotte) sondern in uns selbst. In der Kraft, den Gefühlen, den Worten, die uns umgeben. Die online und offline zu uns kommen.</p>
<p>Ich bin sehr begabt darin, meine Geräte zu zerstören (so ähnlich, wie ich gut darin bin, überall anzustoßen und mir blaue Flecke zu holen). Meinen letzten Laptop hab ich mit Tee geflutet, mein Handy fällt mir oft aus der Hand, es ist nun von feinen Nadelrissen geschmückt. Es trägt Narben als ob es ein Körper wäre. <strong>Und daher behaupte ich weiter: Vor einem Computer weinen, ist intim. </strong><a href="http://www.youtube.com/watch?v=mwFYUFnTD9Q" target="_blank"><strong>Hinter einer Glaswand darüber singen</strong></a><strong>, was man im Leben verstanden hat, das ist intim. Youtube-Videos verschicken ist auch intim. </strong>So zeigen wir uns im „durchsichtigen Kostüm“ (<a href="http://superdemokraticos.com/sagmirwasdufuhlstismus/" target="_blank">Tilsa Otta</a>), werden verletzlich, aber bleiben, trotz aller Digitalität, höchstmenschlich.</p>
<p><strong>Und wenn wir uns das nächste Mal sehen, umarmen wir uns. Denn Menschen sind besser als Geräte.</strong></p>
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		<title>Sortenvielfalt speichern</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 15:01:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der indische Blogger Anatha Sayanan hat mir am Telefon erzählt, wie er versucht, alte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der indische<strong> Blogger Anatha Sayanan</strong> hat mir am Telefon erzählt, wie er versucht, <strong>alte Saatgüter und landwirtschaftliche Traditionen</strong> zu bewahren, die immer mehr von der industriellen Lebensmittelerzeugung und genmanipulierten Samen verdrängt werden. Das Protokoll des Gesprächs ist in der Zeitschrift Kulturaustausch erschienen, in einer <a href="http://www.ifa.de/pub/kulturaustausch/archiv/ausgaben-2010/e-volution/" target="_blank">Ausgabe</a>, die sich damit beschäftigt, wie die digitalen Kulturen uns und unseren Alltag verändern:</p>
<h5><span style="font-weight: normal;">Anantha Sayanan, geboren 1967 in Chennai, studierte Ingenieurswesen mit Schwerpunkt auf Elektronik und Kommunikation sowie Angewandte Computerwissenschaft an der Madras Universität. Danach arbeitete er in der Telekommunikationsbranche, bis er vor etwa 10 Jahren in die Schweiz zog. Vor vier Jahren kehrte er nach Chennai zurück. Mit Freunden und Aktivisten betreiben Sayanan und seine Frau einen <a href="http://www.restore.org.in" target="_blank">Non-Profit-Laden für ökologisch angebaute Produkte</a>. Sie reisen durchs Land, um sich über die Lage der indischen Landwirtschaft zu informieren. Von den Menschen, denen sie begegnen, und ihren grünen Projekten handelt Sayanas Blog <a href="http://www.ananthoosupdates.blogspot.com" target="_blank">ananthoosupdates</a>.</span></h5>
<p>Fünf Jahre lang habe ich in der Schweiz gelebt und in der IT-Industrie gearbeitet. Als ich vor vier Jahren zurück nach Indien ging, entschieden meine Frau und ich, etwas Sinnvolles zu tun: Ich interessierte mich für Landwirtschaft, Wasserversorgung und Bildung im ländlichen Indien, also dachte ich, ich schaue mir das vor Ort am besten selbst an. <strong>Ich gab meinen Job auf, und wir fingen an zu reisen. Seitdem leben wir von meinem Ersparten.</strong><br />
<span id="more-635"></span><br />
Ich bin kein Journalist, ich kann nicht gut schreiben. Nur damit meine Freunde wissen, wo ich bin und wie es mir geht, habe ich mit dem Bloggen angefangen. Mein Blog ist ein persönliches Tagebuch. Es dient keinem größeren Zweck, richtet sich nicht an eine breitere Öffentlichkeit und will keine bestimmte Botschaft senden. I<strong>ch zeichne etwas auf, was vielleicht morgen etwas nützt.</strong></p>
<p>Je mehr wir reisten, desto mehr fingen wir an, uns mit organischer Landwirtschaft zu beschäftigen. Ich dokumentiere auf meinem Blog vor allem die natürliche Verarbeitung von traditionellem Saatgut. Denn in diesem Bereich ging schon sehr viel kulturelles Wissen verloren. Viele Hirsesorten, die besser und oft auch älter sind als Reis, werden nicht mehr angebaut, obwohl sie in allen Zivilisationen zu finden waren: Man spricht etwa von ungarischer, italienischer, indischer Hirse. Ihre Kohlenhydrate sind sehr komplex, sodass der Körper die Glukose langsam aufnimmt. Um diese Körner zu verarbeiten, müssen verschiedene Zellschichten aufgespalten werden. Früher hat man das einfach zu Hause per Hand gemacht, in kleinen Steinmühlen. Man produzierte für den Eigenbedarf. Mit der steigenden Bevölkerung, mit Verstädterung und Supermärkten stirbt diese Art der Lebensmittelherstellung und bald darauf geht auch das Saatgut verloren.</p>
<p>Im April 2010 schrieb ich auf meinem Blog über ei- ne 1.000 Kilometer lange Reise in das Rishi Valley, drei Stunden von Bangalore entfernt, in dem ich mich über die traditionelle Rohrzucker-Produktion informierte: Das Zuckerrohr wird gepresst, der Saft wird ein paar Stunden gekocht und danach zu braunen Blöcken geformt. <a href="http://ananthoosupdates.blogspot.com/2010/04/jaggery.html" target="_blank">It is such a simple and sweet process! </a>Um weißen Industrizucker herzustellen, wird Zuckerrohr verwendet, das mit 50 verschiedenen Düngemitteln und Pestiziden behandelt wurde; danach wird es mit Natriumhydrosulfit gebleicht. Warum? Um unserer „Weiß-Krankheit“ gerecht zu werden: weißer Reis, weißes Mehl, weiße Zähne &#8230; Wir haben gedacht, wenn wir unsere Technologien verbessern, werden die Ernten hygienischer und schneller. Aber davon profitieren nur ein paar große Unternehmen wie der US- amerikanische Konzern Monsanto, der heute den Groß-teil unseres Saatguts liefert. <strong>Das erste Produkt, mit dem Monsanto auf den Markt kam, war Saccharin, künstlicher Süßstoff. Keine Mineralstoffe, keine Vitamine.</strong></p>
<p>Ich bin einfach ein Beobachter und versuche zu verstehen, was passiert ist und was wir verloren haben. Alter Reis enthält mehr Mineralien, weil er langsam wächst. Er braucht 150 bis 180 Tage, fast ein halbes Jahr. Der neue Reis wächst schnell, man kann ihn nach 50 bis 70 Tagen ernten. Wir wollen alles schnell, schnell. Früher hatten wir eine spezielle Reissorte, die man stillenden Müttern gab, sodass sie mehr Milch produzieren. Diese Reis gibt es nicht mehr. <strong>Ich habe einen Bauern getroffen, der einen Reis wiederbelebt hat, der schon von Buddha gegessen wurde, vor 2.500 Jahren. </strong>Wir sollten mal eine Minute darüber nachdenken, was wir eigentlich meinen, wenn wir Landwirtschaft sagen, diese Technik, die uns über Jahrtausende überliefert wurde. Denn Saatgut überlebt nicht ewig. Ich muss es immer wieder aussäen, um neues zu ernten. <strong>Was wir heute haben, ist fast schon synthetisch. Es hat keinen dauerhaften Wert.</strong></p>
<p>Überall in Indien verstärkt sich der Protest gegen genverändertes Saatgut. Viele von uns Bloggern stehen miteinander über das Netz in Kontakt, starten E-Petitions, informieren über Meetings, schreiben und faxen an Abgeordnete. Das Internet ist also in kleinen Dingen hilfreich, aber es wird nicht das ländliche Leben revolutionieren. <strong>In Deutschland haben vielleicht 90 Prozent der Menschen einen Internetzugang. Hier in Indien ist die Internet-Verbreitung sehr gering, besonders auf dem Land. Viele Menschen leben noch ohne Strom und können ihren Besitz mit einer Hand tragen. </strong>Wenn es zu einer Katastrophe käme und die industrielle Lebensmittelproduktion aussetzte, würden sie im Wald überleben, weil sie noch wissen, was man essen kann und was nicht.</p>
<p>Die gesamte Welt rennt heutzutage dem Kommerz hinterher, will Gewinne machen. Immer mehr Agrarland in Indien wird industriell genutzt. Dort arbeiten die Men- schen dann nicht mehr auf dem Feld, sondern in der Fabrik. <strong>Wenn eines Tages unser Geld alle ist, wird das für uns ein glücklicher Moment.</strong> Dann bleiben wir einfach dort, wo wir sind, irgendwo im ländlichen Indien, gründen eine Farm und leben fröhlich bis ans Ende unsrer Tage.</p>
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		<title>Tengo un proyecto por 15 dias</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 14:22:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hyperlinks sind out, schreibt Johannes Thumfart auf Zeit Online. Ich würde dagegen setzen: Nein, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.zeit.de/kultur/literatur/2010-04/new-york-internetliteratur" target="_blank">Hyperlinks sind out</a>, schreibt Johannes Thumfart auf Zeit Online. Ich würde dagegen setzen: Nein, sie sind in, aber nur, wenn sie einen neuen Gedanken mit sich bringen. Vielleicht ist es nicht mehr allzu angesagt, Romane zu schreiben, die sich nur durch mühsame Klick-Spaziergänge lesen lassen. Wir wollen schnelle Seiten, inhaltlich anregende, individuelle Seiten mit wenig Schnickschnack. Denn: Vor allem<strong> k</strong><strong>ommerzielle Klickgalerien sind out</strong>. Jeder, der online mit Texten arbeitet, versucht, sie möglichst zu vermeiden.</p>
<p>Seit einiger Zeit experimentiere ich damit, einzelne Worte und Begriffe von im Blog veröffentlichten Gedichten mit Links zu versehen. Aktuell auf einem <a href="http://tengounproyectopor15dias.blogspot.com/  " target="_blank">Blog</a> <strong>&#8220;Ich habe ein Projekt für 15 Tage&#8221;</strong> mit der argentinischen Dichterin Paz Levinson: Jeder Text, abwechselnd von einer von uns geschrieben, enthält einen Link, über den dann die nächste schreibt. Diese Verkettung von Webseiten illustriert <a href="http://superdemokraticos.com/telepathie/" target="_blank">telepathische</a> Assoziationen, Bilder vermitteln Wege durchs Netz, eine Recherche, <strong>einen Pfad nach draußen</strong>.</p>
<p>Diese Webtipps, wie ich sie auch nennen könnte, sind wie kleine Geschenke, die der Leser aufmachen kann oder nicht. Hier ist der Klick nur ein Angebot, kein psychologischer Zwang. Eine weitere Dichterin aus Buenos Aires, Cecilia Pavón, sieht das ähnlich: <a href="http://oncesur.blogspot.com/2010/05/poemas-con-link-un-nuevo-genero-un.html  " target="_blank">&#8220;Poemas con links un nuevo genero&#8221;</a> (Gedichte mit Links, ein neues Genre). Und daher verlinken wir weiter, ich im deutschen Sommer, Paz im argentinischen Winter. Welche Jahreszeit herrscht in unserem 15-Tage-Projekt? Sommerwinter oder Wintersommer? Oder die <a href="http://fotowettbewerb.hispeed.ch/original/223300/milchmeer/nebelmeer_natur_berge_alpen_winter_sonne_blau_switzerland.jpg" target="_blank">Wintersonne</a>?</p>
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		<title>1 page of data</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 13:42:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
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		<description><![CDATA[I was asked to attend the Berlin launch of the State of the Future [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>I was asked to attend the Berlin launch of the State of the Future Report 2010 on 7 July 2010: It contains 7.000 pages of global data. Here comes a summary of 1 page. Useful?</strong></p>
<p><strong>It is hard to predict the future</strong>. Prehistoric men probably tried to read in the wind and in the water what the next days were bringing, the Greeks went to see the oracle of Delphi, we collect data. Globally. For years and years and years. There are the <a href="http://econ.worldbank.org/WBSITE/EXTERNAL/EXTDEC/EXTRESEARCH/EXTWDRS/0,,contentMDK:20227703~pagePK:478093~piPK:477627~theSitePK:477624,00.html">World Bank Report</a>, the <a href="http://www.undp.org/mdg/reports.shtml">Millennium Goals Reports of the UN</a> or the outlooks on financial stability of the <a href="http://www.imf.org/external/data.htm">International Monetary Fund</a>. We have global reports on <a href="http://www.ipcc.ch/">climate change</a>, on <a href="http://publications.iom.int/bookstore/index.php?main_page=index&amp;cPath=37&amp;zenid=febe5441ae4227e684753c7409a2aa5b">migration</a>, on <a href="http://portal.unesco.org/culture/en/ev.php-URL_ID=35396&amp;URL_DO=DO_TOPIC&amp;URL_SECTION=201.html">cultural diversity</a>. On the one hand, it is absolutely great, that we possess all this data, that scientists work hand in hand with politicians, with activists, with civil society. On the other hand, who will read all this stuff &#8211; besides the experts? And what impact will it have, if at all, because it really is loads and loads of data? How can it be used practically?</p>
<p>Yesterday, I attended the German launch of yet another report, <a href="http://www.stateofthefuture.de/"><strong>The State of the Future Report 2010</strong></a>. It is published every year by the think tank <a href="http://www.millennium-project.org/">Millennium Project</a>, a cooperation between 3.000 experts, futurists, governmental officials, NGOs and enterprises in 35 so called nodes (centres) all around the world. For 14 years now, they assemble data and analyse it, trying to grasp the future development of 15 topics, for example infant mortality, population growth, women in parliament or corruption. This years&#8217; report is so big, that its <strong>7.000 pages</strong> are only available on CD-Rom. And I now stand there, stunned, how to summarize this amount of information. <span id="more-615"></span>Ok, chapter one of the report summary tackles all 15 global challenges in two-page overviews &#8211; only <strong>30 pages </strong>to read. The executive summary by the directors of the Millennium Project Jerome Glenn, Theodore Gordon and Elizabeth Florescu is even shorter, only <strong>10 pages</strong>. Shall I dare say, that you will know more about future trends when you have read this blog post of <strong>1 page</strong>? Let&#8217;s try to wrap it up further:</p>
<p>- <strong>The world is winning</strong> in certain fields, according to the report: water resources have been improved, the literacy rate has mounted as well as school enrolment, poverty has been reduced (probably due to the efforts of the Millennium Development Goals of the UN), world population is growing a little less (9 billion people in 2050), life expectancy is at 68 years and the proportion of seats held by women in national parliaments has risen from 13,8% in 2009 to 18,9% in 2010. 30% of the world population has access to the internet &#8211; in five years, half of the world population will be online.</p>
<p>- <strong>The world is losing</strong> in the following areas, says the report: CO2 emissions have not been reduced, we use to much fossil energy, unemployment is worsening globally, corruption tends to become more widespread, more and more people have to leave their countries and seek asylum in other parts of the world, more and more people were killed in terrorist attacks.</p>
<p>- <strong>Little change</strong> is seen in the fight against HIV. We still do not spend enough money on research and development. And people still kill people (homicide rate has not been reduced).</p>
<p>Have I kept my promise? Is this short enough? Well, if I&#8217;m honest, I think, it is too short.</p>
<p><strong>And I ask myself, whether these trends really tell me something about the world? Or do they just make me depressive? </strong><strong>I have the feeling that average data functions like a veil for evening out global differences. It enables simplification. And it doesn&#8217;t really give me a chance to understand interdependencies.</strong></p>
<p>My proposition would be: Make global data local when and if you can. Compare one aspect in different countries in one continent, for example the HIV rate, the child mortality &#8211; and combine it with best practice examples. In your own every day life, use your eyes, look around. Collect your own data. And ask the futurist in you &#8211; where will the world be in 10 years, 50 years? Do you rather believe the optimist &#8220;God is Latin American&#8221; scenario where &#8220;Made in Latin America&#8221; becomes a symbol for quality and where the Latin American Union manages to decrease corruption, saves resources and lowers emissions? Or do you find the pessimist &#8220;Disintegration in Hell&#8221; scenario more probable where hyperinflation returns to Latin America, where forests will be destroyed and the gap between the poor and the rich even bigger? (2 scenarios from chapter &#8220;Latin America 2030&#8243;)</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=PY0fli5IH08">Cornelia Daheim</a>, representative of the German node of the Millennium Project and presenting the study on 7 July at the Bertelsmann Foundation in Berlin, has not lost her optimism dealing with the global future: She is certain that the world possesses the means to tackle these challenges, given the more international cooperation, coordination and collective goals. One thing that we all can be certain of: There will be a next State of the Future Report. And: It will look at the same 15 challenges.</p>
<p>Crossposted from <a href="http://www.futurechallenges.org" target="_blank">FutureChallenges</a>.</p>
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		<title>Jean Luc-Wordle</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 21:17:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[#jl1]]></category>
		<category><![CDATA[Anna Lena Schiller]]></category>
		<category><![CDATA[HAU123]]></category>
		<category><![CDATA[Hebbel am Ufer]]></category>
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		<category><![CDATA[Schirrmacher]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Wopperer]]></category>
		<category><![CDATA[Wordle]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Wordle sagt mehr als 1000 Worte. Daher habe ich die meist getwitterten Wörter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein <a href="http://www.wordle.net/" target="_blank">Wordle</a> sagt mehr als 1000 Worte.</p>
<p>Daher habe ich die <strong>meist getwitterten Wörter </strong>zum Hashtag <strong>#jl1</strong> (<a href="http://atomsandbits.net/jean-luc-thinktank" target="_blank">Jean Luc Think Tank</a>, 8.-10.1.2010 im <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/" target="_blank">Hebbel am Ufer</a>, Berlin) als Wort-Konglomerat visualisiert, besser: visualisieren lassen. Denn die programmmierten Maschinen sind so nett, dass sie das machen, was wir von ihnen wollen. Interessant ist, dass neben den erwartbar häufig verwendeten Wörtern wie <strong>JL1</strong> und <strong>day</strong> in der kleineren Sparte viele <strong>Twitternamen, aber kaum Rufnamen </strong>auftauchen: Überlagert die Twitteridentität die Real-Life-Identität oder ist sie bereits Teil unseres Ichs? Nehmen wir sie bald in unsere Pässe auf?</p>
<p>Der Wördl-Tipp kam übrigens von <a href="http://wolfgangwopperer.com/" target="_blank">Wolfgang Wopperer</a>, der zusammen mit <a href="http://annalenas.posterous.com/" target="_blank">Anna Lena Schiller</a> eine geniale Grafik zur Schirrmacher-Debatte erdacht hat, die hoffentlich bald auch auf Anna Lenas Blog zu sehen ist.</p>
<p><a title="Wordle: #jl1" href="http://www.wordle.net/show/wrdl/1524458/%23jl1"><img style="padding:4px;border:1px solid #ddd" src="http://www.wordle.net/thumb/wrdl/1524458/%23jl1" alt="Wordle: #jl1" /></a></p>
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		<title>Wer war das?</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Jan 2010 19:28:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Herz]]></category>
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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_419" class="wp-caption alignleft" style="width: 490px"><img class="size-full wp-image-419" title="wer war das" src="http://www.blogmacherei.de/wp-content/uploads/wer-war-das.JPG" alt="wer war das" width="480" height="320" /><p class="wp-caption-text">Nächtliche Geheimbotschaft zum Jahreswechsel. Schneeschreiben wird unterschätzt! </p></div>
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		<title>Auftauchen</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 15:06:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Funkstille]]></category>
		<category><![CDATA[Handyempfang]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
		<category><![CDATA[Oberfläche]]></category>
		<category><![CDATA[U2]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer in der Münchner U-Bahn sein Handy benutzen will, stößt an Grenzen. Seit September [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_313" class="wp-caption aligncenter" style="width: 490px"><img class="size-full wp-image-313" title="lift zur oberfläche" src="http://www.blogmacherei.de/wp-content/uploads/lift-zur-oberfläche.JPG" alt="lift zur oberfläche" width="480" height="320" /><p class="wp-caption-text">Ziel: Oberfläche. Schild an der U-Bahn-Station Theresienwiese in München.</p></div>
<p>Wer in der Münchner U-Bahn sein Handy benutzen will, stößt an Grenzen. Seit September 2009 gibt es zwar an wichtigen Knotenpunkten der Münchner U-Bahn Handyempfang, darunter am Marien-, Odeons- und Karlsplatz (Stachus), an Hauptbahnhof, Sendlinger Tor sowie am Oktoberfest-Bahnhof Theresienwiese, seit ein paar Tagen auf der U2 bis Messe-Ost. Aber an den meisten Orten im Untergrund herrscht Funkstille, so ähnlich wie in deutschen Theatern, vielen Kinos und Konzertsälen. In den Zügen ist es erstaunlich ruhig, viele lesen oder hören Musik. Kein Netz = mehr Kulturbewusstsein? Wäre doch mal ein kulturoptimistischer Reformvorschlag!</p>
<p>Wer in der bayerischen Landeshauptstadt Nummern wählen und das Freizeichen hören will, muss auftauchen an die &#8220;Oberfläche&#8221;, also aus dem Dunkel ins Helle. Auf diesem Wege erfährt die Oberfläche eine Aufwertung: Wer oben ankommt, ist nicht mehr nur oberflächlich, sondern kann sich wieder kommunikativ in das globale Dorf einbringen und mit der Tante in Kalifornien oder dem Alm-Ödi telefonieren. Auch die Unterwelt erfährt eine Aufwertung: Kein stinkender Hades, keine Schwefeldämpfe und Schreie verdammter Seelen, die das Miteinander eher verhindern, sondern ein Elektrosmog-freier Raum für echten Kontakt zwischen ich und du. Und manchmal läuft auf den Bahnhöfen leise Klassik. </p>
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