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Archiv für die Kategorie „Literatur“

El mecanismo de estar acá

Sonntag, 16. Oktober 2011

tapa anthologie flyer

Wir glauben, dass Worten Taten folgen müssen.
Wir glauben an literarischen Aktivismus.

Es gibt Leute, die gehen rückwärts mit Sonnenbrille, andere fliegen vorwärts ohne Reservierung im Langstreckenflugzeug. Es gibt Flaneure, Verkleidete, Angeber, Bescheidene, Individualisten und Kollektivisten. Sie verbrauchen keine Erd-Ressourcen, um ihre Perspektiven zu verschieben, sondern tragen ein kleines Kraftwerk in sich, ein poetisches Licht, das auf andere abfärbt. Es sind Leute, die bewegen können, ohne sich selbst zu viel zu bewegen. Die Orte, an denen man sie findet, sind Bars, die länger als 23 Uhr geöffnet sind, Cafés mit Bühne und Klavier, Kneipen mit gutem und billigem Bier, in denen man rauchen kann, leerstehende Häuser, Privatwohnungen, kleine Büros oder digitale Räume im Netz. Diese Leute besetzen eine Lücke, damit das Leere sich füllt. Mit Gedichten, Liedern, Performances, Kurzgeschichten, mit Nachdenken, Austausch und Unterhaltung. Bühnen, Lesetische, Zeitschriften sind die Institutionen ihrer freischwebenden Nation. Auf ihrem Pass steht: Literarischer Aktivist. Im Einsatz für Ästhetik, Explosionen, Befreiung des Gefühls und Stärkung des Selbst. Ihre Profession: Lyrikerin oder Lyriker.

Am Mittwoch, den 19. Oktober um 20 Uhr stellen Los Superdemokraticos in der Kulturspelunke Rumbalotte continua (Metzer Str. 9) die Lyrik-Anthologie “El mecanismo de estar acá” vor. Sie erscheint bei Milena Berlín. Eintritt frei.

In der Anthologie sind Gedichte von 11 literarischen Aktivistinnen und Aktivisten in Berlin versammelt. Die meisten von ihnen sind nicht nur Organisatoren für den guten literarischen Zweck, sondern auch veröffentlichte Dichterinnen und Dichter. Die Übersetzungen ins Spanische stammen von Rery Maldonado. Das Buch ist das Gastgeschenk von Los Superdemokraticos auf unserem Trip Latino im November und Dezember nach Venezuela, Kolumbien, Bolivien und Mexiko.

Mit Texten von Adrijana Bohocki, Alexander Gumz, Annina Luzie Schmid, Bert Papenfuß, Clemens Kuhnert, Daniela Seel, Deniz Utlu, Isabella Vogel, Kristoffer Patrick Cornils, Rainer Stolz und Tom Bresemann. Spezialgast: Rocío Ceron (Mexiko D. F.).

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Sind Juristen die neuen Kritiker,

Mittwoch, 10. August 2011

die entscheiden, was hinreichend fiktionalisiert ist? Fragte ich mich anhand der Zunahme von Klagen gegen Verlage bezüglich der Verletzung des Persönlichkeitsrechts. Aktueller Fall: Weil “eine Person” ihre Persönlichkeitsrechte verletzt sah, wird der Roman “Das Da-Da-Da-Sein” von Maik Brüggemeyer, Rolling-Stone-Redakteur, das eigentlich jüngst im Aufbau Verlag erscheinen sollte, jetzt nochmal überarbeitet. Natürlich vom Autor selbst, aber sicherlich auch mit juristischer Beratung im Hintergrund. Zum Glück bleibt er optimistisch und zukunftsgerichtet. Ein schlaues Zitat aus unserem Gespräch, das ich nicht in dem Tagesspiegel-Artikel verwendet habe, passt viel besser hierher, aufs Blog

Vielleicht hat man mit Ebooks bald die Chance, mehr mit dem Persönlichkeitsrecht zu spielen. Ohne den Druck ist es einfacher und billiger, etwas zu ändern.

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wiederholung ist die mutter des augenblicks

Freitag, 15. Juli 2011

die zeit ist vorbei, in der ich ein
vorortsgebiet aus autohäusern war.
nun gedeiht mein innerer bauernhof,
auf dem herrenlose, glückliche tiere leben. nachts
streunt ein fuchs über meine wimpern, schüchtern,
bis die sonne aufgeht, diese alte, kalte bekannte,
die mich nie verraten würde. wir singen zusammen:
dibidibi dib. dibidibidib. die wiederholung
ist die mutter des augenblicks.

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Kollektive Sommerlesungen

Donnerstag, 16. Juni 2011

We have Lesungen!

Am Samstag, 18. Juni lese ich im Rahmen des Poesiefestivals Berlin bei Poets’ Corner im Wagendorf Lohmühle, Treptow-Köpenick, von 11 bis 12 Uhr, mit Rery Maldonado, Stephan Reich, Alexander Gumz, Luise Boege, Konstantin Ames und Julia Trompeter. Dazu gibts Improjazz und Sonne und Wagendorfatmosphäre und Samstagvormittaggefühle. Organisiert von: Philip Maroldt.

Ebenso als Teilprogramm des Poesiefestivals, aber auch innerhalb des Kiez-Kunstfestivals 48 Stunden Neukölln, legt am Sonntag, 19. Juni um 16 Uhr die “Spreeprinzessin” mit den Dichtern des chilenischen Literaturkollektivs Casa Grande und mit Vertretern von Los Superdemokraticos am Anleger Wildenbruchbrücke, Berlin-Neukölln, ab. Es lesen auf diesem deutsch-spanischen Schiff Sabine Scho, Rery Maldonado, Julio Carrasco, Cristobal Bianchi und ich. Schaukelt mit! Organisiert von: lauter niemand.

Schlussendlich ein kleines Highlight. Das Melt!-Festival hat in diesem Jahr ein Literaturprogramm, in welchem Los Superdemokraticos sich vorstellen. Wer dort in der Ferropolis bei Dessau sein sollte, kann geschriene, gelesene, skandierte Passagen aus unserem Buch, der superdemokratischen Anthologie mit 20 Seiten literarisch-politischem Glossar am Freitag, 15. Juli, um 19 Uhr hören. Der Verbrecher Verlag hat eine Textprobe, unsere kollektiv-verfasste Einleitung, online gestellt. Wer sich für kollektives Schreiben interessiert, kann übrigens die Leseliste des Seminars von Daniel Kehlmann und Adam Thirlwell zur “strategischen Vermessung künstlerischer Kollektive” auf der FU-Seite einsehen (via Litaffin).

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Sylvia Plath

Sonntag, 1. Mai 2011

Auf dem Lyrikerstammtisch neulich endlich jemanden (Mikael Vogel) getroffen, der auch Sylvia Plath liest. Darüber meine alten Übersetzungen ihrer späten Gedichte aus dem Jahr 1963 herausgekramt und überarbeitet. Eines der Gedichte, Words, ist das, was wie kein anderes Sprache, Klang, Gewalt, Erinnerung, Natur, Körperlichkeit überblendet. Wörter wie Äxte, ja, so ähnlich sagte es schon Kafka, der forderte, die Literatur müsse sein wie die Axt für das gefrorene Meer in uns. Sylvia Plath lässt die Wörter wie Äxte in die Welt knallen, aber die Wortbedeutungen galoppieren mit dem Schall durch den Wald davon. Es bleibt der Nachhall, der Einbruch in die Wirklichkeit. Ein sehr rhythmischer und neurologischer Zugang zu dem Material des Gedichts. Heute weiß man, dass Geräuschschocks eine Art Erinnerungskerbe im Gehirn hinterlassen. Ja, und multisemantisch ist dieser Zugang auch, denn wie die Ringe im Wasser sich ausbreiten, so breitet sich der Schall aus in alle Richtungen. Das Zentrum ist die Setzung, die Wirkung ist eine fortlaufende konzentrische Bewegung. Die “fixed stars”, dieser Neologismus, enthält dann schließlich auch wieder unzugänglichen Sinn, aber diesmal hermetisch, etwas fast Romantisch-Unerreichbares, brutal verschlossen: Sterne im Firmament, das ist etwas Urpoetisches, aber hier dienen sie nicht etwa als Fixsterne  der Orientierung, sondern ganz schnöde der “Feststellung” als festgezurrte Natur. Die wiederum als bloße  Wiederspiegelung das Leben lenkt. Weitere Anmerkungen erwünscht!

Wörter

Äxte
nach deren Schlägen der Wald schellt,
und die Echos!
Echos, vom Zentrum austrabend
wie Pferde.

Der Saft
quillt wie Tränen, wie das
Wasser, das seinen Spiegel
über dem Brocken wiederherstellen
will.

Er tropft und wankt,
ein weißer Schädel,
von Moosgrün zerfressen.
Jahre später
treffe ich sie auf der Straße wieder –

Wörter, trocken und unberitten,
das unermüdliche Hufeklappern.
Während
fixierte Sterne vom Beckengrund aus
ein Leben regieren.

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Wilde Subjekte!

Donnerstag, 21. April 2011

super-buch-II1-525x393Ist das ein Vogel oder ein Flugzeug, vielleicht ein LKW der BSR… Nein, Los Superdemokraticos sind hier mit ihren ultimativen, getränkten Papierstückchen für die Bewusstseinserweiterung aller unserer frei-willigen Konsumenten.

Wir nennen uns kurz: LSD, und mit maßgeschnittener Drogenherstellung und Drogenhandel haben wir eine Nische im Markt entdeckt. Wir nennen das: intellektuelles Fairtrade!

Wir gehören einer Gemeinschaft von Wild…en Lesern, Literatur-Aktivisten, politischen Subjekten an, weltweit… Menschen, die denken, dass man vor allem über das freie Lesen und den Kulturkonsum Demokratie bauen und nachhaltig machen kann. Weil Menschen überall die wichtigste Ressource sind. Von Facebook bis auf unserem Blog, von Mexiko über Venezuela, Deutschland, Irak oder Israel… aus mehr als zwölf Ländern rufen wir in unseren zwei Sprachen sehr laut:

„Heiße Texte! Internationale Newcomer! Krasse Rhythmen! Verbalterroristen! Hübsche Ärsche! Wilde Subjekte!” Und jetzt ihr: „Wil-de Sub-jekte!“

Schrei mit uns, am liebsten persönlich am Dienstag, 26. April, ab 20.30 Uhr im Monarch, Skalitzer Str 134, Berlin: Lesung mit Nora Bossong, René Hamann, Pedro Alexander Bravo, Rery Maldonado und Nikola Richter. Danach psychedelische Disko mit den DJs Yungas (Funk, Latino Groove) und Koalblao (Psychodelic Wildstyle).

Willkommen auf unserer Verbrecher Versammlung!
Eintritt 4 Euro.

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Frühjahrsrundschau

Freitag, 4. März 2011

Superdemokraticos Orange CoverMein Frühling ist einer mit vielen Seiten. Ja, gedruckte Seiten. Es erscheint das Superdemokraticos-Buch, das Rery Maldonado und ich zusammen herausgeben, im Verbrecher Verlag, worauf wir unglaublich stolz sind: Kurzessays von 26 Autorinnen und Autoren aus Deutschland und Lateinamerika und dazu auf mehr als 20 Seiten das ultimative superdemokratische Glossar von “Aktivismus, einsamer” bis “Zungen”, Wörter, die die superdemokratischen Autoren zur Beschreibung unserer super-vernetzen Realität benutzen und definieren. Wir sind überzeugte Anhängerinnen von literarischem Aktivismus, die Idee dahinter veröffentlichen wir bald auf unserem Blog. Alle Hippies von Berlin laden wir herzlich zu unserer Buchpremiere in die Verbrecher-Versammlung im Monarch, am 26. April, 20.30 Uhr ein, zur LSD-Party. Wer psychedelisch gekleidet kommt, erhält freien Eintritt. Nach der bewusstseinserweiternden Lesung gibts psychedelische Musik von den DJs Koalblao und Patx. Vorher stellen wir uns der Leipziger Öffentlichkeit vor: Wir lesen am 17. März von 11-12 Uhr auf der Leseinsel der Jungen Verlage, Buchmesse.

Konfliktkulturen Cover

Damit nicht genug, denn noch ein Manuskript erblickt bald das Licht der Regale: Ich habe, unterstützt von René Hamann, einen Essayband redaktionell geplant und lektoriert, der im April im Steidl Verlag erscheint, herausgeben vom Goethe-Institut und dem Institut für Auslandsbeziehungen. Die Buchpremiere zu den “Konfliktkulturen” findet am 12. April in der ifa-Galerie, Linienstr. 139, Berlin statt. Ich moderiere das Gespräch zwischen zwei Autoren des Buches, der Choreographin Helena Waldmann und dem Autoren Hamed Abdel-Samad, sowie dem Generalsekretär des ifa, Ronald Grätz und Christoph Bartmann, Leiter der Abteilung “Kultur und Information” im Goethe-Institut. Der zweite Band ist bereits in Planung, er erscheint im Herbst, auch bei Steidl.

Auch journalistisch hab ich mich ein wenig betätigt: Ich habe den jungen Deutsch-Ägypter Ramy Mostafa porträtiert, der mir bei den Berliner Demonstrationen zur Solidarität mit den ägyptischen Protesten auffiel, im Freitag und auf Superdemokraticos. Und wer lieber Lyrik mag: In der Neuen Rundschau 4/2010 erschienen meine Übersetzungen eines Gedichtzyklus der argentinischen Autorin Cecilia Pavón “Ein Gedicht mit 27 Namen”, einige meiner neuen Gedichte sind im Poet Nr. 10 zu lesen.

Jetzt aber Schluss mit dem Werbeblock. Aktuelle Leseempfehlungen: Herfried Münkler über “Nachbarschaft, Freundschaft, Partnerschaft” im Merkur. Und natürlich Tschick, der großartige Road-Roman von Wolfgang Herrndorf, im Interview erklärt der Autor seine lässigen Formatwechsel (mal Jugendroman, mal Thriller, mal Science Fiction) in der FAZ.

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materialbezug

Mittwoch, 29. Dezember 2010

die decke nimmt dir keiner weg, du liegst
geschützt auf sieben matratzen, softskinprincess.
wie haben dich die jahre gerändert, jetzt
kocht dein kopf vor allem regionale speisen, hackt
kükenragout und lässt taten die tage begatten.
du glaubst, der goldene oktober schmückt sich nur für dich,
die einsam feierliche nachsaison, in der du deine sinne schärfst:
wörter effektiv benutzen, grimmsche schleifen winden
fürs geschenkpapier der sprache. ein prosperierender verein,
in 500 jahren von 300.000 zu vier millionen, aktive
wie passive mitglieder. alles ist im werden.

mit verben schlafen wir ein, mit dem lippenstift im mund.
dein finger und mein finger berühren sich wie michelangelos.

die krisen sperren wir aus, die energiefragen haben schon längst
die multis geklärt, die kostbaren erden kauft china.

dieser und drei andere neue texte erscheinen im nächsten poet-mag, nr. 10. ich freue mich! hier der link zur aktuellen nr. 9.

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Kadaverchen

Montag, 8. November 2010

Der mexikanische Autor Carlos Vicente Castro erzählte mir, dass in seinem Land zum Dia de los Muertos/Tag der Toten diversen Personen des öffentlichen Interesses gereimte Nachrufe, so genannte Calaveritas, geschrieben werden, in denen sie an einer ihrer Charaktereigenschaften sterben. Zum Monat der Toten, dem November, habe ich mich nun auch an Nachrufen versucht, die ich Kadaverchen nenne (korrekt wäre: Schädelchen). Allerdings landen meine ausgewählten Freunde in Zwischenreichen, in anderen Realitäten… übersetzt ins Falschspanisch.

rery, la poeta anarchista que rie sin morir

wenn rery keine rauchen kann,
verkleidet sie sich gern als mann.
der bart ist freiheit, anarchie,
der tod, der findet sie so nie.

cuando rery no puede fumar,
se disfrace en hombre con barba,
para ella significa libertad y anarchy,
la muerte no le va encontrar nunca así..

carlos, el guadalajero con blog secreto

eines tages gelangte er in china
in einen raum voller maskuliner melodia
noch heute weiß nur er, was es dort gab,
das geheimnis nimmt er mit ins grab.

un dia carlos visitaba en china
una habitacion con musica masculina.
solo el sabe que pasó en sus vacaciones,
sobrevivi un blog de estas expediciones.

alan, el maya-hacker polylingual

mit alan kannst du auf zeitreise gehen
er weiß, welche kreise die sterne drehen
seine essays sind die kinder von cyber&ninja,
er selbst verschwindet täglich im land der maya.

con alan puedes viajar en el tiempo, bella,
puedes mirar a las galacticas y un estrella.
sus ensayos son los ninos de cyber&ninja,
el mismo desaparece cada dia en el país maya.

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Frau Eggers kennt die Trends…

Donnerstag, 4. November 2010

… der Buchbranche. Eine kurze Zusammenfassung der Begrüßungsrede von Petra Eggers, Literaturagentur Eggers, promovierte Historikerin und ehemals Lektorin bei Suhrkamp und Fischer, vor den Studierenden der Angewandten Literaturwissenschaft der FU Berlin in der Villa Luftraum in Schöneberg. Hier werden sonst Hochzeiten und Firmenparties gefeiert.

- Zeit der Riesenvorschüsse ist vorbei: statt 50.000 gibt es nun 10.000 Euro
- Zahl der Literaturagenturen in Deutschland ist daher auch gesunken (etwa 20?)
- größtes Thema der Buchbranche derzeit: Digitalisierung von Büchern
- das betrifft eher die Verlage und den Vertrieb und den Buchhandel, als den Autor
- der Autor, vertreten vom Agenten, hat ja jemanden, der Tag für Tag für seine digitalen Rechte eintritt; die Lage verändert sich schrittweise, ein zähes Verhandeln
- Ebookmarkt ist in den USA schon sehr groß, aber dort ist der Vertrieb für Ebooks auch besser organisiert als in Deutschland: Hier weiß niemand so richtig, wo er seine Bücher herbekommt; die Verlage haben zu wenig darüber nachgedacht
- digitaler Markt: Chance für Nachwuchs, denn die älteren Lektoren und Verlagsmitarbeiten haben Mühe, sich in die neuen Techniken einzudenken
- mobile Lesegeräte: schnell fallende Preise, von ehemals 300 zu jetzt 100 Doller. Bald wird man ein Lesegerät sogar umsonst bekommen (wie bei einem Handyvertrag), wenn man sich zu anderen Zahlungen verpflichtet, z.B. pro Monat ein Buch aus einem Buchclub zu kaufen oder 10 Downloads zu machen
- Ebooks werden das Taschenbuch ablösen, Hardcover wird nicht verschwinden
- im Moment verkaufen sich Ebooks in Deutschland auch deshalb noch nicht so gut, weil für sie die Buchpreisbindung gilt
- Ebook-Leser kaufen grundsätzlich etwas zu viel (das ist gut für die Verlage)
- das Leseverhalten ändert sich: Der Ebook-Leser hat seine gesamte Bibliothek dabei, muss sich nicht auf ein Buch einlassen, kann mehrere Bücher gleichzeitig auf dem Display geöffnet halten und zwischen den einzelnen Werken hin- und herwandern.
- Autoren haben Lust, neue Formate zu entwickeln, die nur auf Ebooks funktionieren: Fortsetzungsromane etwa.
- In ein paar Jahren werden sich ein paar neue große Ebook-Verlage gegründet haben.

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