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Archiv für die Kategorie „Journalismus“

Blogs sind keine journalistischen Produkte?

Samstag, 14. November 2009
DJV Presseausweis

... teilte mir der Journalistenverband Berlin-Brandenburg mit.

Ich glaubte bisher immer, der Kampf zwischen Journalisten und Bloggern sei ein herbeigeredeter und in Wirklichkeit näherten sich die Glaubensbekenntnisse beider Berufsbilder immer weiter an. Denn sogar FAZ-Redakteure bloggen, Alpha-Blogger erhalten wichtige Medienpreise wie im Oktober etwa Stefan Niggemeier den Hans Bausch Mediapreis des SWR (frühere Preisträger: Elke Heidenreich, Harald Schmidt, Frank Schirrmacher, Wolfram Weimer). Hier ein Auszug aus der Jurybegründung:

Als Medienkritiker stellt er hohe Ansprüche an die Medien, über die er schreibt. Er stellt diese Ansprüche aber genauso an sich selbst und überträgt sie so auf das Medium, in dem er schreibt. Damit überführt er die journalistischen Tugenden der ‚alten‘ Medien in das neue Medium Internet und trägt wesentlich zur Etablierung journalistischer Standards im Netz bei. Er richtet sich nach den Tugenden, die für jeden Journalisten gelten – egal ob er für Zeitung, Radio, Fernsehen oder das Internet arbeitet: Er prüft die Fakten, auch dort, wo sie von anderen vielleicht ungeprüft übernommen wurden. Er recherchiert gründlich und wahrt Distanz.

Gründlich recherchieren, dazu gehört heute auch das Internet mit seinen vielen verschiedenen Quellen (ich meine nicht Google und Wikipedia). Zeitgemäße Journalistenschulen wie die DJS München bilden bereits ihre Zöglinge auch darin aus, “das Internet mit seinen neuen Anwendungen” (damit ist wohl Social Media gemeint) als “praktisches Recherchetool” zu verwenden. Die BBC veröffentlichte gar alle Tweets über die Demonstrationen in Iran als schnelle, ungeprüfte Nachrichten – die dann von Journalisten vor Ort verifiziert wurden und, sobald sie bestätigt waren, ein Wahrheits-Häkchen bekamen. Offline und online gehen immer mehr zusammen. Dachte ich.

Aber nein, der Journalistenverband Berlin-Brandenburg belehrte mich eines Besseren und behauptete mir gegenüber klipp und klar, Blogs seien keine journalistischen Produkte. Nun frage ich mich: Was macht denn journalistische Produkte aus, was Blogs nicht haben? Unabhängigkeit, Recherche, Meinungsbildung und -freiheit, Spezialisierung, Themenkonzepte, redaktionelle Planung… All das findet sich auch in Blogs. Natürlich nicht in allen, aber das Differenzieren und Nachfragen ist ja auch eine journalistische Tugend.

Dass der Journalistenverband es sich leisten kann, so zu pauschalisieren, ist peinlich, unjournalistisch und realitätsfern. Ich gebe dem Verband noch eine Chance und bitte um eine Definition für “journalistische Produkte”. Das tue ich schriftlich, denn dann kann ich wieder so ein schönes Foto machen.

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Telecoms Package

Donnerstag, 5. November 2009

Ich verbinde nicht viel Gutes mit der Telekom: teuer, langsam, zu lang laufende Verträge. Ich hab die Treue gekündigt, die mir anerzogen wurde (früher, vor der Privatisierung der Telekommunikation, gabs nur Telekom, mehr nicht). Paradox ist daher, dass das Paket zur Förderung von mehr Transparenz, mehr Sicherheit, mehr Wettbewerb und mehr Grundrechten der europäischen Internet-Nutzer “Telecoms Package” heißt. Vielleicht ist es purer Zufall (und der Abkürzung von “telecommunications” geschuldet), aber ich sehe natürlich alles sofort rosa-grau. (weiterlesen…)

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Logged in? How our daily lives have changed since 1989

Sonntag, 1. November 2009

What did you do on November 9th 1989? Do you remember? I was thirteen years old and sleeping snugly in my bed in Bremen, Northern Germany, West Germany, when my parents woke my younger sister and me up and allowed us to sit down in front of the television in the living room. This felt like Revolution (with a big R) in our children’s world: Usually, we were neither allowed to watch TV nor to stay up late, except on New Year’s Eve. But this wasn’t New Year’s Eve nor was the TV showing the traditional end-of-the-year comedy “Dinner for One“, where an old lady celebrates her 90th birthday in a circle of friends, each of them impersonated by her butler James who is getting totally drunk. (weiterlesen…)

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Warum ein Internet-Manifest?

Mittwoch, 9. September 2009

Ein Manifest zu schreiben, heißt, seine Meinung in klaren Punkten kundtun, heißt, zur Gegenmeinung auffordern, heißt, laut um inhaltliche Aufmerksamkeit buhlen, ist auch Aufforderung zur Aktion. Am 7. September haben 15 einflussreiche deutsche Bloggerinnen und Blogger ein Internet-Manifest veröffentlicht. (weiterlesen…)

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