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	<title>blogmacherei &#187; Blogpraxis</title>
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		<title>Wilde Subjekte!</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Apr 2011 20:25:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ist das ein Vogel oder ein Flugzeug, vielleicht ein LKW der BSR… Nein, Los [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-886" title="super-buch-II1-525x393" src="http://www.blogmacherei.de/wp-content/uploads/super-buch-II1-525x393-300x224.jpg" alt="super-buch-II1-525x393" width="300" height="224" /><strong>Ist das ein Vogel oder ein Flugzeug, vielleicht ein LKW der BSR… </strong>Nein, <a href="http://www.superdemokraticos.com" target="_blank">Los Superdemokraticos</a> sind hier mit ihren ultimativen, getränkten Papierstückchen für die Bewusstseinserweiterung aller unserer frei-willigen Konsumenten.</p>
<p>Wir nennen uns kurz: LSD, und mit maßgeschnittener Drogenherstellung und Drogenhandel haben wir eine Nische im Markt entdeckt. Wir nennen das: intellektuelles Fairtrade!</p>
<p>Wir gehören einer Gemeinschaft von Wild…en Lesern, Literatur-Aktivisten, politischen Subjekten an, weltweit… Menschen, die denken, dass man vor allem über das freie Lesen und den Kulturkonsum Demokratie bauen und nachhaltig machen kann. Weil Menschen überall die wichtigste Ressource sind. Von Facebook bis auf unserem Blog, von Mexiko über Venezuela, Deutschland, Irak oder Israel… aus mehr als zwölf Ländern rufen wir in unseren zwei Sprachen sehr laut:</p>
<p><strong>„Heiße Texte! Internationale Newcomer! Krasse Rhythmen! Verbalterroristen! Hübsche Ärsche!</strong> <strong>Wilde Subjekte!”</strong> Und jetzt ihr: „Wil-de Sub-jekte!“</p>
<p>Schrei mit uns, am liebsten persönlich am <strong>Dienstag, 26. April, ab 20.30 Uhr im Monarch, Skalitzer Str 134, Berlin</strong>: Lesung mit <a href="http://www.literaturport.de/index.php?id=26&amp;user_autorenlexikonfrontend_pi1[al_aid]=746&amp;user_autorenlexikonfrontend_pi1[al_opt]=2&amp;cHash=54903427af1056798102dfb6dc6d0f22" target="_blank">Nora Bossong</a>, <a href="http://renehamann.blogspot.com/" target="_blank">René Hamann</a>, <a href="http://superdemokraticos.com/author/pedro/" target="_blank">Pedro Alexander Bravo</a>, <a href="http://tribulacionesparvulas.blogspot.com/" target="_blank">Rery Maldonado </a>und Nikola Richter. Danach psychedelische Disko mit den DJs Yungas (Funk, Latino Groove) und <a href="http://www.myspace.com/koalblao" target="_blank">Koalblao</a> (Psychodelic Wildstyle).</p>
<p>Willkommen auf unserer Verbrecher Versammlung!<br />
Eintritt 4 Euro.</p>
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		<title>Blogs in den Sozialwissenschaften</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Apr 2011 09:05:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein kollaborativer Bericht vom Berliner Theorieblog-Workshop am 9. April 2011 Wie wichtig sind Offline-Aktivitäten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Ein kollaborativer Bericht vom Berliner <a href="http://www.theorieblog.de" target="_blank">Theorieblog</a>-Workshop am 9. April 2011<br />
</em></strong></p>
<p>Wie wichtig sind Offline-Aktivitäten für Blogs? Das Ergebnis des Workshops, zu dem das Team des Theorieblogs am 9. April an die Humboldt-Uni eingeladen hatte, war eindeutig: Offline ist – trotz aller Blogeuphorie – unersetzbar. Rund 15 BloggerInnen (plus sieben TheoriebloggerInnen) folgten der Einladung, sich über das eigene Tun auszutauschen und sich nicht nur virtuell, sondern auch ganz klassisch zu vernetzen. Drei thematische Blöcke – <strong>1) Was macht einen guten Blogbeitrag aus? 2) Blogs und ihre Leser 3) Blogs und Öffentlichkeit</strong> – strukturierten den Tag. Doch in den Diskussionen zeigte sich schnell, dass die drei Themen kaum voneinander zu trennen sind und um eine übergreifende Fragestellung kreisen: Wie verorten sich (Wissenschafts-)Blogs im Spannungsfeld von Wissenschaft und Öffentlichkeit, wie und mit welchem Ziel bloggen wir?</p>
<p><strong>Blogs zwischen Wissenschaft und politischem Kommentar</strong></p>
<p>Das geteilte Bedürfnis nach Selbstvergewisserung förderte jedoch ganz unterschiedliche Haltungen und Perspektiven zu Tage. Die eigene Verortung zwischen wissenschaftlichem und öffentlichem Diskurs wurde unterschiedlich definiert. <a href="http://www.theorieblog.de/index.php/author/ulrike/" target="_blank">Ulrike Spohn</a> (Theorieblog) eröffnete den ersten Part mit dem Vorschlag, wissenschaftliches Bloggen als wissenschaftsaffines Bloggen zu begreifen und dabei sehr bewusst zwischen der eigenen Rolle als WissenschaftlerIn und BloggerIn zu unterscheiden. Sie plädierte dafür, Wissenschaftsblogs nicht als Plattform zur Veröffentlichung wissenschaftlicher Texte im Internet zu verstehen, sondern als Chance, das anspruchsvolle Schreiben jenseits wissenschaftlicher Standards zu erproben. Dabei könne und solle es durchaus das Ziel eines Wissenschaftsblogs sein, zwischen wissenschaftlicher Strenge und essayistischer Kreativität zu vermitteln, doch das funktioniere nur, solange die Welten getrennt blieben.<span id="more-880"></span></p>
<p>Max Steinbeis (<a href="http://verfassungsblog.de/" target="_blank">Verfassungsblog</a>) unterstützte dieses Trennungsgebot, machte sich aber für die Brückenfunktion von Blogs stark. <strong>Das freiere und kreative Schreiben könne durchaus einen direkten Beitrag zum wissenschaftlichen Fortschritt leisten. </strong>Als Bild: Blogs verhielten sich zur Wissenschaft womöglich so wie das Gespräch in der Hotelbar zum eigentlichen Geschehen im Rahmen einer Konferenz. Andersherum könnten Blogs jedoch auch von der Wissenschaft in die Öffentlichkeit hinein wirken und wissenschaftliches Expertenwissen für eine breitere Öffentlichkeit übersetzen und so verfügbar machen. Eine wieder andere Position vertrat Leonhard Dobusch (<a href="http://governancexborders.com/)" target="_blank">governance across borders</a>) : Das Schaffen von/Hineinwirken in Öffentlichkeit sei nicht unbedingt ein notwendiges Ziel eines Wissenschaftsblogs. Wissenschaftsblog könnten auch einfach dazu da sein, die eigenen Gedanken zu erproben und damit einem rein innerwissenschaftlichen Ziel folgen. Wünschenswert sei demnach eine Vielfalt der Formate auch innerhalb des Genres Wissenschaftsblogs.</p>
<p>Zur Systematisierung kann eine Typologie beitragen, die Cord Schmelzle und Daniel Voelsen (beide Theorieblog) anhand von Blogs in der Politischen Theorie vorstellten. Sie unterscheiden drei Idealtypen von Wissenschaftsblogs – 1) Wissenschaftliches Feuilleton (à la Crooked Timber), 2) Dienstleistungsblog (à la Tea Soup), 3) „bewusst persönlich gehaltenes“ Tagebuch (à la The Philosophy Smoker). Der Theorieblog selbst stellt hierbei eine Mischform dar, wie Cord weiter ausführte.</p>
<p><strong>Blogs in der Fachdiskussion</strong></p>
<p><strong>Noch werden Blogs in den wissenschaftlichen Disziplinen wenig beachtet &#8211; zumal im deutschsprachigen Raum, dessen Blogger mit gutem Grund oft neidisch über den Atlantik schielen. </strong>Die Blogs sind vor allem nicht etabliert genug und die Skepsis überwiegt bisher: Blogs gelten, auch wegen eines fehlenden Standardverfahrens zur Sicherung der wissenschaftlichen Güte, (noch) nicht als zitierwürdig. Das ist einerseits vielleicht auch gar nicht unbedingt das Ziel, denn die Etablierung von Blogs als zusätzlicher, freierer Ebene des Wissenschaftsdiskurses würde möglicherweise eher gehemmt als gefördert, wenn jeder gebloggte Gedanke mit den gleichen wissenschaftlichen Maßstäben gemessen würde wie regulär Publiziertes. Andererseits: Solange Blogs in keiner anerkannten Form als wissenschaftliche Quelle dienen können, besteht ein gravierendes Problem für Wissenschaftsblogger. Die gebloggten Gedanken und Erkenntnisse sind gewissermaßen vogelfrei, da sie unkontrolliert von Dritten geentert und als eigene ausgegeben  werden können. Einig war man sich darin, dass die Situation nur verbessert werden kann, indem auf längere Sicht das Vertrauen in die Qualität von Wissenschaftsblogs gestärkt wird. Schwieriger war jedoch die Frage zu beantworten, welche Möglichkeiten wir haben, dieses Vertrauen – der etwa durch Varianten eines „Gütesiegels“ – zu erzeugen. Die meisten dahingehenden Vorschläge, wie etwa ein Peer-Review-Verfahren, stellten sich als problematisch und kaum umsetzbar heraus – letzteres müsste zum Beispiel eine ohnehin oft mangelhafte Technik des Wissenschaftsbetriebs in eine völlig anders funktionierende Arena zu übertragen versuchen. Realisierbarer erscheint es, Vertrauen durch ein dem Medium Internet entstammende Praxis zu erzeugen: durch, wie könnte es anders sein, Vernetzung befreundeter und vertrauenswürdiger Blogs. Das gegenseitige Lesen und Kommentieren in einem Netzwerk aus Wissenschaftsblogs käme dann in gewisser Hinsicht auch einem Peer-Review-Verfahren nahe, ohne die Vorteile größerer Freiheit und höherer Geschwindigkeit zu opfern.</p>
<p><strong>Blogs und Gegenöffentlichkeit</strong></p>
<p>Können Blogs Gegenöffentlichkeit erzeugen und wie gelingt dies? Die Einschätzungen der versammelten BloggerInnen waren hier in der Regel positiv und optimistisch. Gerade Blogs seien viel besser dazu geeignet, die Öffentlichkeit zu erreichen als etwa ein kritischer Kommentar in einer wissenschaftlichen Zeitschrift. Dies liege zum einen daran, dass wissenschaftliche Artikel einer breiten Öffentlichkeit nicht zugänglich seien, zum anderen daran, dass Fachjargon und disziplinäre Diskussionen in der Regel für „Laien“ unverständlich bleiben würden. <strong>Kritik und Meinungsbildung seien jedoch ohne den Faktor Öffentlichkeit kaum zu denken</strong>, ergänzte Ulf Buermeyer (<a href="http://ijure.org" target="_blank">Ijure</a>).</p>
<p><a href="http://www.theorieblog.de/index.php/author/jens/" target="_blank">Jens Olesen </a>(Theorieblog) versprach sich vom Bloggen etwa die <strong>Wiederbelebung des philosophischen Essays </strong>als freier Form niedergeschriebenen Denkens, in Abgrenzung vom starren Korsett wissenschaftlichen Schreibens. Blogs erlauben es nicht nur, freier und kreativer zu schreiben, sondern auch, Wissenschaft als „Lebensform jenseits von Verwertungszwängen“ zu verwirklichen, wie Elmar Diederichs (<a href="http://www.brainlogs.de/blogs/blog/mind-at-work" target="_blank">Mind at Work</a>) betonte. Er wandte sich aber <a href="http://www.brainlogs.de/blogs/blog/mind-at-work/2011-04-18/scientific-or-research-blogging" target="_blank">gegen einen feuilletonistischen Stil</a>.</p>
<p>Mut zur spitzen Feder zu beweisen, lautete auch die Aufforderung von Max Steinbeis (Verfassungsblog) und <a href="http://superdemokraticos.com/author/nikola/" target="_blank">Nikola Richter</a> und <a href="http://superdemokraticos.com/author/rery/" target="_blank">Rery Maldonado</a> (von den Los Superdemokraticos). Blogs können und sollen Diskussion anregen, Gespräche entstehen lassen und Ideen hervorbringen – und stellen so Ressourcen bereit, die die Wissenschaft benötigt, aber nicht immer, und vielleicht nicht schnell genug, aus sich selbst heraus erzeugen kann. Gerade im Vermögen von Blogs, zeitnah auf aktuelle und relevante Themen einzugehen, ohne notwendigerweise unterkomplex oder verflachend über sie zu sprechen, könnte deren Beitrag nicht nur zu Wissenschaft, sondern zur öffentlichen Debatte liegen.</p>
<p>Das klingt als Anspruch wunderbar, ist jedoch nicht immer ganz so einfach einzulösen, wie die Erfahrung von <a href="http://superdemokraticos.com/" target="_blank">Los Superdemokraticos</a>, einem internationalen Blogprojekt, zeigt. Hier wird versucht, kulturelle und sprachlichen Hürden vor allem zwischen deutschen und südamerikanischen LeserInnen zu überwinden und somit eine interkulturelle Öffentlichkeit für die vom Blogprojekt publizierten Texte zu schaffen (die mittlerweile sogar in <a href="http://www.verbrecherverlag.de/buch/627" target="_blank">Buchform </a>veröffentlicht sind).</p>
<p>In diesem Zusammenhang drängte sich die Frage auf, was eigentlich Öffentlichkeit erzeuge und woran hier Erfolg ablesbar sei. Die direkte LeserInnenbeteiligung über die Kommentarfunktion wurde hier als ein gängiges Mittel diskutiert und problematisiert. Denn auch hier bietet sich weitestgehend unbekanntes Terrain, da es für den Prozess der teils schnellen Einbindung, kaum erprobte Standards gibt und die Kategorien von genuiner Autorschaft oder intervenierender Co-Autorschaft durch neue Praxen geprüft werden müssen.</p>
<p>So waren es am Ende <strong>zwei große Hoffnungen</strong>, die am Workshophorizont auftauchten: Die eine lautet, durch das Bloggen wissenschaftliches Schreiben, Publizieren und Kooperieren verändern, verbessern und wiederbeleben zu können. Die andere bewegt sich über den Rand der Wissenschaft hinaus und zielt darauf ab, einen neuen Ort für kritisches Engagement zu erschaffen. Das sind große Ansprüche und ein Workshop kann diese natürlich nicht einlösen, nur aufwerfen.</p>
<p><strong>Befreundete Blogs in den Sozialwissenschaften</strong></p>
<p>Und weil jede Revolution – auch eine kleine – einer guten Organisation bedarf, schloss die Tagung mit einer Runde zur künftigen Zusammenarbeit. Ins Auge gefasst ist eine Vernetzung sozialwissenschaftlicher Blogs: zur Schaffung von kritischen Öffentlichkeiten und als Instrument zur (Weiter-)Entwickung genuin wissenschaftlicher Arbeitsformen. Wenn dies gelingt, berichten wir bald mehr davon. Dieser gemeinschaftlich verfasste Tagungsbericht darf dabei durchaus als erster Schritt in diese Richtung gelesen werden.</p>
<p>Chris (berlinergazette.de)<br />
Leonhard (governancexborders.com)<br />
Philipp (sicherheitskultur.org)<br />
Eva, Maike, Jens, Thorsten (theorieblog.de)<br />
Max (verfassungsblog.de)</p>
<p><em>Dieser Text ist parallel auf dem Theorieblog, blog.sicherheitskultur.org, Mind at Work, Blogmacherei.de, <a href="http://www.soziologiemagazin.de/blog/2011/04/30/blogs-in-den-sozialwissenschaften/" target="_blank">Soziologiemagazin</a> und <a href="http://berlinergazette.de/blogs-in-den-sozialwissenschaften-kollaborativer-bericht/#more-19163" target="_blank">Berliner Gazette</a> erschienen.</em></p>
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		<title>Lila und gelb</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Mar 2011 15:32:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe mal wieder einen Schreibtisch im Haus der Berliner Festspiele bezogen, ich, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-850" title="tt-blog_banner_160x90" src="http://www.blogmacherei.de/wp-content/uploads/tt-blog_banner_160x90.bmp" alt="tt-blog_banner_160x90" /></p>
<p><strong>Ich habe mal wieder einen Schreibtisch im Haus der Berliner Festspiele bezogen, ich, die moderne Wanderarbeiterin. </strong>Von hier beackere und besiedele ich nun mein aktuelles Feld, das <a href="http://www.theatertreffen-blog.de" target="_blank"><strong>Theatertreffen-Blog 2011</strong></a>. In diesem Jahr ist so einiges anders: Wir suchten vor allem <strong>Kulturblogger </strong>und wollen damit die Kulturdebatten im Netz, die schon vielerorts stattfinden, bündeln und stärken. Und wir bloggen schon im Voraus, bevor das Festival im Mai beginnt, direkt von den Büroetagen aus, von dort, wo die Veranstaltungen geplant, diskutiert und koordiniert werden. Daher ist das tt-Blog nun schon im März im neuen Gewand zu sehen, in den Farben lila und gelb. Die <strong>Vorfestival-Phase</strong> hat begonnen.</p>
<p>Der erste Gastbeitrag kommt von Iris Laufenberg, der Leiterin des Theatertreffens. Pünklich zum Frauentag fragt sie sich, <a href="http://www.theatertreffen-blog.de/tt11/allgemeines/ein-internationaler-frauentag-%E2%80%93-muss-das-sein/" target="_blank">was der uns eigentlich brachte</a>, in den 100 Jahren, die er in diesem Jahr Geburtstag feiert.</p>
<p>Sobald die Blogger feststehen und das Plakat, ändert sich das Blog noch einmal und betritt die &#8220;Festival-Phase&#8221;.</p>
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		<title>Floristisches Emoticon</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Mar 2011 16:19:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
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		<description><![CDATA[http://www.litaffin.de/veranstaltungen/in-eigener-sache-litaffins-erster-geburtstag-im-buchhaendlerkeller/ http://www.litaffin.de/literaturbetrieb/blogrundschau-2-never-judge-a-book-by-its-cover/ http://www.gespenst-der-armut.org/]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie gratuliert man eigentlich einem Blog?</strong> Kommentare schreiben, floristische Emoticons  wie dieses hier &gt;&#8212; entwickeln, überall verlinken? Ich versuchs mal mit einer kleinen Blog-Umschau und Presseverlinkung:</p>
<p>Im Februar feierten Studierende des Masterstudiengangs Angewandten Literaturwissenschaft, in welchem ich einen Lehrauftrag für das Modul &#8220;Neue Medien&#8221; habe und in meinen Seminaren praktisch und theoretisch kulturelle und literarische Netzthemen sowie Grundlagen des Bloggen vermittle, den <strong>1-jährigen Geburtstag ihres Literatur- und Literaturbetriebsblogs <a href="http://www.litaffin.de/veranstaltungen/in-eigener-sache-litaffins-erster-geburtstag-im-buchhaendlerkeller/" target="_blank">Litaffin</a></strong>. Ich freue mich sehr über den universitären Pressewirbel, der um dieses Blog entstanden ist: Interview im Studierenden-Magazin <a href="http://www.furios-campus.de/2011/02/12/beim-twittagessen/" target="_blank">Furios</a> &#8211; was übrigens wirklich ein sehr gut gemachtes Magazin ist, mit einer durchdachten Themendramaturgie, Interviews, Meinungstexte, Kolumnen, Reportagen, Veranstaltungstipps, und einem eigenem Blick auf das Hochschulleben (Massenuni ist das aktuelle Thema), und Bericht auf <a href="http://www.fu-berlin.de/campusleben/lernen-und-lehren/2011/110228_blogs/index.html" target="_blank">campus.leben</a>, dem Online-Magazin der Freien Universität.</p>
<p>Sehr lesenswert auf Litaffin finde ich die thematischen &#8220;Blog-Rundschauen&#8221;, eine zu <a href="http://www.litaffin.de/literatur-im-netz/blogrundschau-1-literatur-2-0-oder-themen-die-uns-2011-beschaeftigen/" target="_blank">E-Books</a>, eine aktuelle zu <a href="http://www.litaffin.de/literaturbetrieb/blogrundschau-2-never-judge-a-book-by-its-cover/" target="_blank">Buchcovern</a>.</p>
<p>Weitere universitäre Webprojekte an der FU sind das Magazin <a href="http://www.journal360.de/" target="_blank">360 Grad</a>, das &#8220;studentische Magazin für Politik und Gesellschaft&#8221;, das Blog <a href="http://notesofberlin.blogspot.com/" target="_blank">Notes of Berlin</a>, in welchem ein FU-Student seine Fotos von urbanen Kleinanzeigen hochlädt (Tipp über Gisela Gross), die<a href="http://userblogs.fu-berlin.de/" target="_blank"> FU Userblogs</a>, in denen Wissenschaftler ihre Forschungen vorstellen können. Allerdings scheint das kaum jemand zu nutzen, die Blogroll enthält nur vier Blogs, von denen zwei schon stillgelegt sind sind. Und schlussendlich das Blog von Elke Brüns, wissenschaftliche Mitarbeitern an der FU: Sie bloggt über kulturelle und soziale Konstruktionen von Armut auf <a href="http://www.gespenst-der-armut.org" target="_blank">Gespenst der Armut</a>. Ein klares, kluges Themenblog.</p>
<p>Wer noch andere FU-Blogs kennt: <strong>Weitere Hinweise sind sehr willkommen!</strong></p>
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		<title>Über die Projektemacherei</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Jan 2011 18:55:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Defoe]]></category>
		<category><![CDATA[Essay Upon Projects]]></category>
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		<description><![CDATA[Sehr kurzer Versuch einer Aufwertung des Wortes &#8220;Projekt&#8221;, das mich, wie bestimmt viele andere, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Sehr kurzer Versuch einer Aufwertung des Wortes &#8220;Projekt&#8221;, das mich, wie bestimmt viele andere, sehr nervt, aber ich finde einfach kein anderes</em></p>
<blockquote><p>The building of Babel was a right project; for indeed the true definition of a project, according to modern acceptation, is, as is said before, a vast undertaking, too big to be managed, and therefore likely enough to come to nothing.</p>
<p><strong>Der Turmbau zu Babel war ein echtes Projekt</strong>; denn die richtige Definition eines Projekt lautet, wenn man der modernen Bedeutung folgt: eine Riesenunternehmung, zu groß, um angeleitet zu werden, mit größter Wahrscheinlichkeit nicht umsetzbar.</p></blockquote>
<p>Daniel Defoe, Autor von Robinson Crusoe, definiert in seinem <a href="http://www.online-literature.com/defoe/upon-projects/1/" target="_blank">&#8220;Essay Upon Projects&#8221;</a>, Projekte eher so wie Luftschiffe, unerreichbare Traumgebilde, großartige Ideen, die in ihrer Gigantomanie anregen, die andere Sichtweisen zulassen, und die, wenn sie nur zu einem kleinen Grade vollendet würden, bereits einen bestimmten Missstand verbessert hätten. So gesehen, liest sich diese zunächst eher pessimistischen Definition als eine zukunftsweisende, humanistische. Die britische Designerin und Post-Punkerin <a href="http://www.ifa.de/pub/kulturaustausch/archiv/zfk-2005/deutschland-von-aussen/eine-fuer-alle-kann-massenkultur-kunst-sein/nur-denken-veraendert-die-welt/" target="_blank">Vivienne Westwood</a> behauptete 2005 in einem kurzen Meinungstext Ähnliches: Denken für sich, an sich kann die Welt verändern. Es sei produktiver als das ständige Konsumieren. In ihren eigenen Worten:</p>
<blockquote><p>Meine Botschaft ist sehr kompliziert. Im Wesentlichen sage ich den Menschen: &#8220;Wenn ihr nicht fernseht, erfahrt ihr euer eigenes Leben. Schaltet aus! Sitzt einfach nur da und macht nichts.&#8221; Eine schwierige Botschaft.</p></blockquote>
<p>Wer ein Projekt angeht, plant, eventuell teilweise vielleicht, egal, umsetzt, der muss reflektieren, vergleichen, strukturieren, einen Ansatz entwickeln, eine Position finden, der muss sich hinsetzen und seine Gedanken fassen, ein Thema finden, eine Lücke, ein offenes Feld. </p>
<p>Yeah, let&#8217;s go outside. To meet the inside. </p>
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		<title>Bloggermädchen 2010 wählen</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Jan 2011 11:36:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie im vergangenen Jahr (sehr lange spannende Liste von Bloggerinnen) hat das Blog Mädchenmannschaft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_798" class="wp-caption alignnone" style="width: 190px"><img class="size-full wp-image-798" title="bloggermaedchen10" src="http://www.blogmacherei.de/wp-content/uploads/bloggermaedchen10.jpg" alt="bloggermaedchen10" width="180" height="194" /><p class="wp-caption-text">Wählt das Bloggermädchen 2010! Illustration: Fräulein Zucker</p></div>
<p>Wie im <a href="http://maedchenmannschaft.net/jetzt-abstimmen-die-bloggerin-des-jahres/" target="_blank">vergangenen Jahr</a> (sehr lange spannende Liste von Bloggerinnen) hat das Blog Mädchenmannschaft erneut zur <a href="http://maedchenmannschaft.net/deine-stimme-fuer-die-bloggerin-des-jahres/" target="_blank">Wahl des Bloggermädchens</a> aufgerufen. Aus den Top 10 von hundert vorgeschlagenen im Netz schreibenden Frauen könnt ihr bis zum 31. Januar eure Favoritin 2010 wählen!</p>
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		<title>Internationale Kulturblogger gesucht!</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 13:13:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auch für das Theatertreffen 2011 werden wieder theaterinteressierte, webaffine Schreiberinnen und Schreiber unter 35 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auch für das Theatertreffen 2011 werden wieder theaterinteressierte, webaffine Schreiberinnen und Schreiber unter 35 Jahren gesucht. </strong>Infos zur <a href="http://berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/03_theatertreffen/tt11_blog/tt11_blog_bewerbung/tt11_blog_bewerbung.php" target="_blank">Bewerbung</a> (Bewerbungsschluss 31. Januar 2011).</p>
<blockquote><p>Von Anfang an, und nicht gerade unbeeinflusst durch den Enthusiasmus seiner Fans, wirkte das Internet weniger wie eine Technologie sondern eher wie eine soziale Bewegung – wie der Kommunismus, Feminismus und Rock’n’Roll. Eine Ideologie, die wir Webismus nennen könnten. Während wir anderen Kinoanfangszeiten nachschlagen, Pullis kaufen und Jihad-Videos hochladen, rufen die Webisten eine neue Ära aus. <a href="http://nplusonemag.com/the-intellectual-situation" target="_blank"> The Editors, n+1</a></p></blockquote>
<p><strong>Ob das Internet uns schlau macht oder dumm, ob es unser Lesen fördert oder unsere Gehirne zermatscht, darüber herrscht keine Einigkeit. </strong>Unbestritten ist jedoch die Tatsache, dass ohne das Netz nicht mehr viel geht, dass sich ein Großteil des gesellschaftlichen Lebens über das Netz organisiert, sich im Netz widerspiegelt, wenn es nicht gar im Netz stattfindet. Das Netz sind wir, wir sind im Netz.</p>
<div id="attachment_768" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-768" title="3 Iris kai judith 24.5_klein" src="http://www.blogmacherei.de/wp-content/uploads/3-Iris-kai-judith-24.5_klein-300x200.jpg" alt="3 Iris kai judith 24.5_klein" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Hinter den Kulissen: Iris Laufenberg, Leiterin des Theatertreffens, diskutiert mit den Theatertreffen-Bloggern 2010. Foto: Kim Keibel</p></div>
<p><strong>Auch der Kulturbetrieb – Theater, Opernhäuser, Musiker, Tanzkompanien, Orchester, Künstler, Festivals – hat die digitalen Kanäle entdeckt</strong>, mit denen das Web zum „sozialen Web“ geworden ist: Facebook, Myspace und Twitter sind Plattformen, die prinzipiell jeder, der einen Internetzugang und einen Computer hat, kostenlos nutzen kann, um sich zu vernetzen, auf sich aufmerksam zu machen und sich mit anderen auszutauschen. Heute finden immer mehr Kulturdebatten online statt, allerdings nicht unbedingt auf den Webseiten der Zeitungen und Medienkonzerne, sondern eher zwischen Kulturkonsumenten und -produzenten in Communities. Diese Diskussionen sind grenzenlos. Auf Facebook können theoretisch 500 Millionen User in allen Ländern der Welt miteinander in Kontakt treten. Schon jetzt schicken sich Regisseure auf diesem Weg Links zu Videos, unterhalten sich Autoren und Journalisten miteinander über das Tagesgeschäft, schreiben Kuratoren Statusmeldungen von ihren Reisen. <strong>Die Kultur ist bereits im Netz – aber prägt sie es auch mit?</strong></p>
<p>Um grenzüberschreitende, zeitgenössische Theaterdebatten im Internet bewusst zu fördern, werden für das Theatertreffen 2011 erstmals internationale Kulturblogger gesucht:<strong> Autoren, Fotografen, Videoblogger, Audioblogger, die sich mit aktuellen und gesellschaftlichen Strömungen beschäftigen </strong>und eine medial geprägte Zuschauerschaft, auch außerhalb Berlins und der deutschsprachigen Theaterszene, ansprechen. Die Blogger werden wie Journalisten akkreditiert und können wie „rasende Reporter“ eigene Schwerpunkte der Berichterstattung setzen. Damit unterstützt das Theatertreffen dezidiert neue Formen des Kulturjournalismus, stellt diese Formen mit Workshops und Seminaren aber in einen professionellen Kontext.</p>
<p>Das Theatertreffen widmet sich seit 2005 der Förderung junger Kulturjournalisten, seit zwei Jahren explizit der Förderung ihrer Online-Kenntnisse. Seit Beginn versteht sich das Theatertreffen-Blog journalistisch und medial als prozesshaftes, den sich wechselnden Umständen anpassendes Festivalfenster, um einerseits das klassische Feuilleton im Netz zu stärken, andererseits aber auch neue Formate der Kulturberichterstattung zu entwickeln. Dabei spielen klassische Rezensionen eine geringere Rolle ,– denn diese sind zu allen zum Theatertreffen eingeladenen Stücken schon zur Genüge vorhanden –, sondern das Blog will sich auf individuelle und innovative Weise dem Festival- und Theaterbetrieb nähern.</p>
<p><em>Inhaltlich und finanziell unterstützt wird das tt Blog 2011 erstmalig von der <strong><a href="http://www.rudolf-augstein-stiftung.de/" target="_blank">Rudolf Augstein Stiftung</a></strong>. Medienpartner sind seit 2005 die <strong><a href="http://www.berlin-online.de" target="_blank">Berliner Zeitung</a></strong>, seit 2010 <strong><a href="http://www.kultiversum.de" target="_blank">Kultiversum</a></strong>.</em></p>
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		<title>suchwörter</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Oct 2010 22:17:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
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		<description><![CDATA[die suchwörter auf meiner seite schreiben geschichte: aufkleber fliegende gänse, nebelmeer, fräulein meier, was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>die suchwörter auf meiner seite schreiben geschichte:<br />
aufkleber fliegende gänse, nebelmeer, fräulein meier, was ist „besser als google wave“, gedichte über berge, lyrik kaffee, haus im winter, taubengitter boxen.<br />
man sieht, die menschen googlen nicht sich, sie googlen kombinationen.<br />
oder: auf meiner seite finden sich <strong>romantik und technik</strong>. die neue welle.</p>
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		<title>Schmücke deine sterbende Hülle</title>
		<link>http://www.blogmacherei.de/blogpraxis/schmucke-deine-sterbende-hulle/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2010 16:00:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein weiteres Editorial für Los Superdemokraticos, diesmal über die Frage, wie Geist und Körper [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_886" class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-886" title="Descartes_mind_and_body" src="http://superdemokraticos.com/wp-content/uploads/2010/08/Descartes_mind_and_body.jpg" alt="" width="400" height="494" /><p class="wp-caption-text">Fühlen, Denken: Zeichnung von René Descartes (Wikicommons).</p></div>
<p><strong>Ein weiteres Editorial für <a href="http://www.superdemokraticos.com" target="_blank">Los Superdemokraticos</a>, diesmal über die Frage, wie Geist und Körper heute zueinanderstehen&#8230;</strong></p>
<p>Neulich saß ich in einem Straßencafé und neben mir unterhielten sich vier Mädchen, Mitte 20, über Männer und Tattoos. Die eine hatte gerade einen Typen kennengelernt, der ein Zeichen auf der rechten Brust trug. <strong>„Da“, rief sie, und schlug mit der flachen Hand auf ihre Brust, „das ist der beste Platz für ein Tattoo!“ </strong>„Ja“, riefen die anderen, „das ist der beste Platz.“ Ich hatte bisher nicht viel über Tattoos nachgedacht. Vor zehn Jahren wünschte ich mir einen schwarzen Stern. Aber dann lernte ich einen Mann kennen, der exakt dieses Zeichen aus meinem Traum auf dem Oberarm trug und ich verliebte mich. In den Mann oder in das Tattoo? In den Körper oder in den Geist, der sich das ausgedacht hat? Und war das überhaupt zu trennen?<span id="more-661"></span></p>
<p>Wir leben in einer Welt, die einerseits sehr körperzentriert ist (Ziellinie: bester Sex, schönster Körper, nackteste Werbung, dickster Schwanz, tollster Hintern), andererseits sehr körperlos funktioniert (Alltagsszene: Singles, die frühstücken, während sie ihre Mails checken, das Epaper lesen, sich per SMS auf einen Kaffee verabreden).  <strong>Wann sind wir Geist, wann Körper? Ist der Körper das Du, mit dem ich mich auseinandersetzen muss, weil ich mit ihm zwangsverheiratet wurde? </strong>Kann ich ihn nur im Tod annehmen und verlassen (Lizabel Mónica) – oder auch im Gedicht, in der Kunst? Sind wir simple „Wegwerfkörper“ (María Medrano), oder kann sich unser Gesicht <a href="http://contentevitrine.blogspot.com/" target="_blank">recyclen</a>? Welche Daseinsform, welcher Außerirdische bin ich, wenn ICH über MICH nachdenke, MICH fühle? Bin ich im Körper mit allen seinen Schwächen, Schmerzen, Leiden und Hässlichkeiten (Fernando Barrientos, Luis Felipe Fabre) gefangen, oder kann mein Geist der Trainer meiner physischen Existenz werden und damit über die sterbliche Hülle Unabhängigkeit erlangen (Leo Felipe Campos)? <strong>Die Frage nach dem Dualismus von Körper und Geist zieht sich durch viele der superdemokratischen Texte, ebenso der Wunsch, Gefühlen nachzugeben, dem Begehren, der Einsamkeit.</strong> Zwei deutsche Autorinnen, Claudia Rusch und Emma Braslavsky, konzentrierten sich interessanterweise stärker auf die Machtbeziehungen der Körper im gesellschaftlichen Kontext, auf Männerfreundschaft und Frauenselbstständigkeit – etwas, das Lizabel Monica in einem Kommentar „ungleiche kulturelle Feminisierung“ („dispareja feminization cultural“) nannte: <strong>Der Mann schwächelt und gibt nach, aber anders, denn er übernimmt keine kulturelle Verantwortung. Wer kolonisiert wen?</strong></p>
<p>Tattoos haben, ebenso wie die verstaubten Geschlechterrollen, ihre Kontexte verlassen (Gefängnis, Seefahrt, Ritual, Glauben), sie sind Teil einer Individualkultur geworden. Sie schreiben in einer eigenen Grammatik auf die ungeschützte Haut. Heute müssen wir nicht mehr vom Baum der Erkenntnis essen, um zu erkennen, dass wir nackt sind. <strong>Wir verehren den </strong><a href="http://2.bp.blogspot.com/_Zdz3IZy2lJA/TFPTA50BCII/AAAAAAAAFo8/sTx6fu_DFmI/s1600/WF+2.jpg" target="_blank"><strong>Apfel</strong></a><strong> jeden Tag. </strong>Vielleicht ist Sprache, sind Worte, verpackt oder nicht in digitale Kicks, der Kitt dieser unserer zerbrechlichen Einheit von Innen und Außen. Das ist die Schönheit der Gedanken! Wir hängen immer an diesem Faden unserers Bewusstseins, sind Seelen-Wesen mit Nervenbündeln, ob wir wollen oder nicht. Die Sprache strukturiert unser sinnliches und geistiges Erleben, mit ihr greifen wir in unsere Umgebung ein und stellen uns anderen Körpern, anderen Bürgern. Das ist unser drittes Thema, es beginnt nächste Woche.</p>
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		<title>Sortenvielfalt speichern</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 15:01:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikola</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der indische Blogger Anatha Sayanan hat mir am Telefon erzählt, wie er versucht, alte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der indische<strong> Blogger Anatha Sayanan</strong> hat mir am Telefon erzählt, wie er versucht, <strong>alte Saatgüter und landwirtschaftliche Traditionen</strong> zu bewahren, die immer mehr von der industriellen Lebensmittelerzeugung und genmanipulierten Samen verdrängt werden. Das Protokoll des Gesprächs ist in der Zeitschrift Kulturaustausch erschienen, in einer <a href="http://www.ifa.de/pub/kulturaustausch/archiv/ausgaben-2010/e-volution/" target="_blank">Ausgabe</a>, die sich damit beschäftigt, wie die digitalen Kulturen uns und unseren Alltag verändern:</p>
<h5><span style="font-weight: normal;">Anantha Sayanan, geboren 1967 in Chennai, studierte Ingenieurswesen mit Schwerpunkt auf Elektronik und Kommunikation sowie Angewandte Computerwissenschaft an der Madras Universität. Danach arbeitete er in der Telekommunikationsbranche, bis er vor etwa 10 Jahren in die Schweiz zog. Vor vier Jahren kehrte er nach Chennai zurück. Mit Freunden und Aktivisten betreiben Sayanan und seine Frau einen <a href="http://www.restore.org.in" target="_blank">Non-Profit-Laden für ökologisch angebaute Produkte</a>. Sie reisen durchs Land, um sich über die Lage der indischen Landwirtschaft zu informieren. Von den Menschen, denen sie begegnen, und ihren grünen Projekten handelt Sayanas Blog <a href="http://www.ananthoosupdates.blogspot.com" target="_blank">ananthoosupdates</a>.</span></h5>
<p>Fünf Jahre lang habe ich in der Schweiz gelebt und in der IT-Industrie gearbeitet. Als ich vor vier Jahren zurück nach Indien ging, entschieden meine Frau und ich, etwas Sinnvolles zu tun: Ich interessierte mich für Landwirtschaft, Wasserversorgung und Bildung im ländlichen Indien, also dachte ich, ich schaue mir das vor Ort am besten selbst an. <strong>Ich gab meinen Job auf, und wir fingen an zu reisen. Seitdem leben wir von meinem Ersparten.</strong><br />
<span id="more-635"></span><br />
Ich bin kein Journalist, ich kann nicht gut schreiben. Nur damit meine Freunde wissen, wo ich bin und wie es mir geht, habe ich mit dem Bloggen angefangen. Mein Blog ist ein persönliches Tagebuch. Es dient keinem größeren Zweck, richtet sich nicht an eine breitere Öffentlichkeit und will keine bestimmte Botschaft senden. I<strong>ch zeichne etwas auf, was vielleicht morgen etwas nützt.</strong></p>
<p>Je mehr wir reisten, desto mehr fingen wir an, uns mit organischer Landwirtschaft zu beschäftigen. Ich dokumentiere auf meinem Blog vor allem die natürliche Verarbeitung von traditionellem Saatgut. Denn in diesem Bereich ging schon sehr viel kulturelles Wissen verloren. Viele Hirsesorten, die besser und oft auch älter sind als Reis, werden nicht mehr angebaut, obwohl sie in allen Zivilisationen zu finden waren: Man spricht etwa von ungarischer, italienischer, indischer Hirse. Ihre Kohlenhydrate sind sehr komplex, sodass der Körper die Glukose langsam aufnimmt. Um diese Körner zu verarbeiten, müssen verschiedene Zellschichten aufgespalten werden. Früher hat man das einfach zu Hause per Hand gemacht, in kleinen Steinmühlen. Man produzierte für den Eigenbedarf. Mit der steigenden Bevölkerung, mit Verstädterung und Supermärkten stirbt diese Art der Lebensmittelherstellung und bald darauf geht auch das Saatgut verloren.</p>
<p>Im April 2010 schrieb ich auf meinem Blog über ei- ne 1.000 Kilometer lange Reise in das Rishi Valley, drei Stunden von Bangalore entfernt, in dem ich mich über die traditionelle Rohrzucker-Produktion informierte: Das Zuckerrohr wird gepresst, der Saft wird ein paar Stunden gekocht und danach zu braunen Blöcken geformt. <a href="http://ananthoosupdates.blogspot.com/2010/04/jaggery.html" target="_blank">It is such a simple and sweet process! </a>Um weißen Industrizucker herzustellen, wird Zuckerrohr verwendet, das mit 50 verschiedenen Düngemitteln und Pestiziden behandelt wurde; danach wird es mit Natriumhydrosulfit gebleicht. Warum? Um unserer „Weiß-Krankheit“ gerecht zu werden: weißer Reis, weißes Mehl, weiße Zähne &#8230; Wir haben gedacht, wenn wir unsere Technologien verbessern, werden die Ernten hygienischer und schneller. Aber davon profitieren nur ein paar große Unternehmen wie der US- amerikanische Konzern Monsanto, der heute den Groß-teil unseres Saatguts liefert. <strong>Das erste Produkt, mit dem Monsanto auf den Markt kam, war Saccharin, künstlicher Süßstoff. Keine Mineralstoffe, keine Vitamine.</strong></p>
<p>Ich bin einfach ein Beobachter und versuche zu verstehen, was passiert ist und was wir verloren haben. Alter Reis enthält mehr Mineralien, weil er langsam wächst. Er braucht 150 bis 180 Tage, fast ein halbes Jahr. Der neue Reis wächst schnell, man kann ihn nach 50 bis 70 Tagen ernten. Wir wollen alles schnell, schnell. Früher hatten wir eine spezielle Reissorte, die man stillenden Müttern gab, sodass sie mehr Milch produzieren. Diese Reis gibt es nicht mehr. <strong>Ich habe einen Bauern getroffen, der einen Reis wiederbelebt hat, der schon von Buddha gegessen wurde, vor 2.500 Jahren. </strong>Wir sollten mal eine Minute darüber nachdenken, was wir eigentlich meinen, wenn wir Landwirtschaft sagen, diese Technik, die uns über Jahrtausende überliefert wurde. Denn Saatgut überlebt nicht ewig. Ich muss es immer wieder aussäen, um neues zu ernten. <strong>Was wir heute haben, ist fast schon synthetisch. Es hat keinen dauerhaften Wert.</strong></p>
<p>Überall in Indien verstärkt sich der Protest gegen genverändertes Saatgut. Viele von uns Bloggern stehen miteinander über das Netz in Kontakt, starten E-Petitions, informieren über Meetings, schreiben und faxen an Abgeordnete. Das Internet ist also in kleinen Dingen hilfreich, aber es wird nicht das ländliche Leben revolutionieren. <strong>In Deutschland haben vielleicht 90 Prozent der Menschen einen Internetzugang. Hier in Indien ist die Internet-Verbreitung sehr gering, besonders auf dem Land. Viele Menschen leben noch ohne Strom und können ihren Besitz mit einer Hand tragen. </strong>Wenn es zu einer Katastrophe käme und die industrielle Lebensmittelproduktion aussetzte, würden sie im Wald überleben, weil sie noch wissen, was man essen kann und was nicht.</p>
<p>Die gesamte Welt rennt heutzutage dem Kommerz hinterher, will Gewinne machen. Immer mehr Agrarland in Indien wird industriell genutzt. Dort arbeiten die Men- schen dann nicht mehr auf dem Feld, sondern in der Fabrik. <strong>Wenn eines Tages unser Geld alle ist, wird das für uns ein glücklicher Moment.</strong> Dann bleiben wir einfach dort, wo wir sind, irgendwo im ländlichen Indien, gründen eine Farm und leben fröhlich bis ans Ende unsrer Tage.</p>
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